Ärzte Zeitung online, 29.06.2011

EHEC-Fall in Schweden ohne deutschen Kontakt

EHEC-Fall in Schweden ohne deutschen Kontakt

STOCKHOLM (dpa/nös). Schweden meldet den ersten EHEC-Fall ohne direkte Verbindung nach Deutschland.

Wie das staatliche Institut für ansteckende Krankheiten in Stockholm am Dienstag mitteilte, wird im südschwedischen Bezirk Schonen seit Mitte des Monats eine Person behandelt, die sich mit dem aggressiven EHEC-Serotyp O104:H4 infiziert hat, der für die Infektionswelle in Deutschland verantwortlich ist.

Es gebe in diesem Fall keinerlei Hinweise auf einen Kontakt nach Deutschland oder mit Deutschen. Allerdings seien die Untersuchungen dazu noch nicht komplett abgeschlossen, hieß es in einer Behördenmitteilung.

Bisher waren alle 53 durch die aggressiven EHEC-Bakterien erkrankten Schweden vorher in Norddeutschland gewesen. Ein Behördensprecher sagte im Rundfunksender SR, dass nun möglicherweise nach Infektionsquellen in Schweden selbst gesucht werden müsse.

Auch in Frankreich war zuvor der Serotyp O104:H4 bei den EHEC-Infektionen bestätigt worden. In der Region Bordeaux war vor einigen Tagen ein Erkrankungscluster mit blutigen Durchfällen aufgetreten, mindestens 10 Menschen wurden seit dem Wochen deswegen behandelt.

Im der Verdacht stehen auch dort Sprossen eine Firma aus Großbritannien. Alle Erkrankten sollen zuvor von ihnen gegessen haben. Auch in Deutschland stehen Sprossen als maßgebliche Ursache in Verdacht.

Ärzte und Infektiologen vermuten zudem, dass durch den jetzigen großen Ausbruch der bislang nur seltenen aufgetauchte Serovar O104:H4 dauerhaft in die Umwelt gelangt ist. Er könne künftig immer wieder zu neuen Infektionen führen.

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