Ärzte Zeitung, 05.07.2011

Neue Behörde soll Seuchen-Krisen koordinieren

Neue Behörde soll Seuchen-Krisen koordinieren

UETERSEN (di). Als Lehre aus der EHEC-Krise wird im Norden der Ruf nach einer übergeordneten Behörde laut. Sie soll Patientenströme koordinieren und seucheneindämmende Maßnahmen anordnen.

Diese Forderung erhob Dr. Thorsten Wygold, ärztlicher Direktor der Regio Kliniken im Kreis Pinneberg, die mit 250 EHEC-Patienten zu den am meisten beanspruchten Kliniken im Norden zählte.

In der Spitze waren in den zur Gruppe zählenden Kliniken in Elmshorn und Pinneberg mehr als 120 EHEC-Patienten gleichzeitig isoliert.

Wygold: Übergeordnete Behörde notwendig

Wygold hat die Belastung der Kliniken im Norden als extrem unterschiedlich wahrgenommen. "Andere verfügten noch über erstaunlich viele freie Kapazitäten. Diese ungleiche Auslastung verdeutlicht die Notwendigkeit einer übergeordneten Behörde", sagte Wygold in einer Bilanz seines Hauses zur EHEC-Krise.

Diese Behörde sollte nach seiner Auffassung eine überregionale Patientensteuerung übernehmen und Maßnahmen anordnen, die der Eindämmung von Seuchen dienen. Die Kapazitäten der Regio Kliniken im Hamburger Umland waren in der Krise am Rande der Auslastung.

Wie in einigen anderen Häusern auch mussten Sonderschichten eingelegt und geplante Operationen abgesagt werden. Täglich tagte ein Krisenstab, aktuelle Notfälle wurden auf die einzelnen Klinikstandorte verteilt.

Kliniken rüsten auf

Die Kliniken rüsteten die Plasmapherese auf und verstärkten an den Brennpunkten den ärztlichen und pflegerischen Dienst. Bei einer weiteren Ausweitung von EHEC hätte man im Kreis Pinneberg innerhalb von 24 Stunden eine Notfallstation außerhalb der Kliniken einrichten können, so Wygold.

Die Gruppe bezifferte ihren durch EHEC entstandenen wirtschaftlichen Schaden auf rund eine halbe Million Euro.

Lesen Sie alle Berichte und Hintergründe in unserem Special zur EHEC-Welle.

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