Ärzte Zeitung online, 31.08.2011

Nach EHEC: Kabinett will kürzere Meldefristen

Nach EHEC: Kabinett will kürzere Meldefristen

Die EHEC-Epidemie hat Lücken im System offenbart: Die obersten Seuchenbekämpfer hinkten tagelang den Fallmeldungen hinterher. Jetzt hat die Bundesregierung reagiert - und drastisch kürzere Meldefristen beschlossen.

BERLIN (nös). Die Meldefristen bei Infektionskrankheiten sollen deutlich verkürzt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat am Donnerstag das Bundeskabinett beschlossen.

Entsprechende Pläne waren bereits Mitte August bekannt geworden. Demnach soll das Robert Koch-Institut spätestens nach drei Tagen von den Landesbehörden informiert werden. Nach der bisherigen Regelung im Infektionsschutzgesetz können bis zu 16 Tage vergehen.

Für die Meldefristen der Ärzte ändert sich nichts. Sie müssen meldepflichtige Infektionskrankheiten auch weiterhin innerhalb von 24 Stunden an das Gesundheitsamt melden.

Die Änderungen sind Teil des "Gesetzes zur Durchführung internationaler Gesundheitsvorschriften" (IGV). Der Entwurf muss nun im Parlament beraten werden. Der Bundesrat muss nicht zustimmen.

Das Robert Koch-Institut soll mit dem IGV die Möglichkeit erhalten, Ausnahmen bei den Meldewegen zuzulassen - "im Einvernehmen mit den Landesgesundheitsbehörden", wie es in dem neuen Paragrafen 12a heißt.

In der Begründung spricht das Gesundheitsministerium von einer "Experimentierklausel", mit der neue Meldewege erprobt werden sollen.

Hintergrund ist der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 29. Juni. Die Länderminister hatten damals gefordert, neue Meldeverfahren zu erproben, "um vollständig tagesaktuelle Zahlen" zu erhalten.

Das Gesundheitsministerium soll außerdem eine Machbarkeitsstudie für ein neues Bund-Länder-Meldesystem vorlegen. Stichtag ist der 31. Dezember 2013.

[31.08.2011, 16:04:15]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Methusalem vs. Kranheitskosten
In diesem hochinteressanten Beitrag wird Erstauenen darüber angedeutet, daß die Kosten für Sterbefälle im Krankenhaus am höchsten sind bei Patienten von 0 bis 14 Jahren, etwa 5-mal so hoch wie bei Greisen. Aber wer stirbt in Kinderkliniken? Es sind einmal sehr unreife Frühgeborene, die einen hohen intensivmedizinischen Einsatz veranlassen, und es sind Kinder mit malignen Erkrankungen. Auch hier sind die Behandlungs-Kosten sehr hoch. Die Pädiatrie hat einerseits nicht so viele Sterbefälle wie etwa die innere Medizin, aber sie hat die Sterbefälle, die die höchsten Kosten verursachen, nämlich die Kasualien in der Intensivmedizin und in der Haematologie/Onkologie.
Prof. Dr. Volker von Loewenich, Frankfurt am Main zum Beitrag »

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