Ärzte Zeitung online, 29.09.2011

EHEC: Die meisten Erkrankten haben sich gut erholt

EHEC: Die meisten Erkrankten haben sich gut erholt

WIESBADEN (dpa/eb). Trotz ihrer lebensbedrohlichen Infektion haben sich die meisten EHEC-Patienten nach der Epidemie im Frühsommer gut erholt.

Das berichtete Professor Christian Gerloff, Leiter der Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), am Mittwoch in Wiesbaden.

Für die Neurologie sei die Krankheitswelle, ausgelöst durch verunreinigte Sprossensamen, Neuland gewesen: Die Fachärzte habe "erstmals bei der Krisenbewältigung einer Epidemie" helfen müssen.

In Deutschland wurden von Mai bis Juli 2011 laut Robert Koch-Institut 3842 EHEC-Fälle gezählt. 53 Patienten, die sich mit dem aggressiven Darmkeim infiziert hatten, starben daran.

Hamburg - das Epizentrum der Infektionen

Von den etwa 100 Patienten, die Gerloff in Hamburg wegen der schwersten Krankheitsverlauf behandelt habe, zeigten nur noch drei Ausfallerscheinungen wie Lähmungen oder Sprachstörungen, sagte er auf der Jahrestagung der Deutschen Neurologischen Gesellschaft. Alle anderen hätten sich sehr gut erholt.

"Hamburg war das Epizentrum der Infektionen", sagte der Neurologe. Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang Juni wurden allein im UKE rund 80 EHEC-Patienten gleichzeitig behandelt.

Die Infektionen wurden durch den E.coli-Serotyp O104:H4 ausgelöst. Der Stamm, auch HUSEC 41 genannt, bildet das Shiga-Toxin 2, das mit dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) assoziiert ist.

Neurologische Störungen bei jedem Sechsten

Jeder sechste am UKE behandelte Patient entwickelte zusätzlich schwere neurologische Störungen - zum Teil wie Schlaganfälle, zum Teil wie epileptische Anfälle, sagte Gerloff. "Patienten fielen in wenigen Tagen ins Koma."

Gerloff berichtete außerdem, dass es auch einige EHEC-Fälle mit neurologischen Störungen ohne HUS gegeben habe. Die Störungen hingen also nicht immer mit dem Nierenversagen zusammen.

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