Ärzte Zeitung, 26.10.2011

EHEC: Kassen lösen ihr Versprechen ein

Extra-Geld für vier Hamburger Kliniken: Weil sie hunderte EHEC-Patienten während der Krise behandelten, lassen die Krankenkassen zusätzliche Millionen springen.

EHEC: Kassen lösen ihr Versprechen ein

Notaufnahme im Hamburger Marienkrankenhaus: Vier Kliniken in der Hansestadt erhalten Extra-Honorar für die EHEC-Epidemie.

© dpa

HAMBURG (di). Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen an vier Hamburger Krankenhäuser eine zusätzliche Unterstützung in Millionenhöhe für die Behandlung von EHEC-Patienten.

Die vier Kliniken hatten rund 95 Prozent der Hamburger EHEC-Patienten behandelt.

Über die Höhe des Gesamtbetrages haben die Kassen Stillschweigen vereinbart. Nach Informationen der "Ärzte Zeitung" fließen insgesamt rund drei Millionen Euro an die vier Häuser.

Von dieser Summe profitieren das UKE, das Marienkrankenhaus und die Asklepios-Kliniken in Altona und Barmbek.

UKE hatte 200 schwer kranke EHEC-Patienten

Die Kassen hatten sich intern darauf verständigt, Krankenhäuser zu unterstützen, die mindestens 25 EHEC-Patienten behandelt hatten. Den höchsten Aufwand zur EHEC-Krise hatte das UKE mit insgesamt über 200 schwer kranken Patienten zu meistern.

Neben den vier jetzt bezuschussten Kliniken wurden unter anderem auch im Amalie-Sieveking-Krankenhaus, im Schön Klinikum Eilbek, im Asklepios Klinikum Harburg und im Agaplesion Diakonieklinikum EHEC-Patienten behandelt.

Ihr Mehraufwand soll individuell im Zuge der Budgetverhandlungen berücksichtigt werden.

Hamburg stark von der EHEC-Epedemie betroffen

Mit der jetzt vereinbarten Zahlung lösen die Kassen ihre Zusage aus dem Sommer ein. Damals hatten sie unbürokratische Hilfe für die betroffenen Kliniken angekündigt.

Hamburg war wie berichtet die von EHEC am schwersten betroffene Stadt. Vergleichbaren Aufwand hatten Krankenhäuser in Schleswig-Holstein.

Zufriedene Gesundheitssenatorin

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks zeigte sich mit der gefundenen Regelung zufrieden.

"Die Krankenhäuser in Hamburg haben in der Krise hervorragende und überdurchschnittliche Arbeit für die Patienten geleistet. Diese Leistung wird nun zu Recht honoriert", sagte sie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »