Ärzte Zeitung online, 21.02.2012

EHEC: Erste Entwarnung

Der Tod einer Sechsjährigen in Hamburg hat Ängste vor einer neuen EHEC-Welle ausgelöst. Doch jetzt gibt die Gesundheitsbehörde Entwarnung.

EHEC: Erste Entwarnung

Bei mehr als 20 Lebensmittelproben konnten bislang keine Ehec-Bakterien nachgewiesen werden. Die Behörde sucht weiter.

© Marius Becker / dpa/Inw

HAMBURG (jvb/dpa). Bei dem Ehec-Erreger, an dem ein sechsjähriges Mädchen aus Hamburg gestorben ist, handelt es sich nicht um den gleichen Typ wie bei der Epidemie im Frühsommer 2011.

"Das kann nach einem Schnelltest ausgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Dienstag. Es werde noch bis Anfang nächster Woche dauern, bis der Erregerstamm feststehe. Die Suche nach dem Übertragungsweg geht weiter.

Bei mehr als 20 Lebensmittelproben konnten bislang keine Ehec-Bakterien nachgewiesen werden. "Wir untersuchen noch mehr Proben. Es kann aber durchaus sein, dass man es nicht mehr zurückverfolgen kann", sagte die Sprecherin der Gesundheitsbehörde.

Bisher wurden Lebensmittelproben aus dem Haushalt der Familie, aus Geschäften, in denen sie regelmäßig einkauft und das Essen im Kinderhort geprüft.

Sechsjährige ist ein Einzelfall

Die Behörde betonte noch einmal, dass die Erkrankung des Mädchens ein Einzelfall sei. "Man muss keine Angst vor einer Krankheitswelle haben", sagte die Sprecherin.

In Deutschland erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auch vor dem großen Ehec-Ausbruch im vergangenen Mai 800 bis 1200 Menschen pro Jahr an dem aggressiven Lebensmittelkeim.

In der Gorch-Fock-Grundschule in Hamburg wurden die Räume desinfiziert. Die Gesundheitsbehörde hat die Eltern informiert. Laut Schulbehörde besteht für die Schüler keine Gefahr. Sie stellt es den Eltern aber bis Mittwoch frei, ihre Kinder daheim zu lassen.

"Zwischen 40 und 50 Prozent der Schüler waren am Dienstag da", berichtete Klischan. Mit allen werde über den Ehec-Tod der Mitschülerin gesprochen. Am Mittwoch solle es in der Schule eine Trauerfeier geben.

Die Sechsjährige starb in der Nacht zum Sonntag im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

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