Ärzte Zeitung, 03.11.2008

Gardasil® gewinnt den Prix Galien International

BERLIN (ger/ikr/ple). Die Entscheidung der Jury fiel am Ende einstimmig: Der Impfstoff Gardasil® ist Gewinner des 10. Internationalen Prix Galien 2008. Bei der Preisverleihung in Berlin lobte Kardiologe Professor Erland Erdmann den innovativen Ansatz des präventiven Präparates mit seiner positiven Wirkung auf die Volksgesundheit.

Nachdem Professor Harald zur Hausen den Medizin-Nobelpreis 2008 für die Entdeckung gewonnen hat, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren ausgelöst wird, ist nun der nach der Entdeckung entwickelte Impfstoff gegen den Krebs mit dem renommierten Internationalen Prix Galien 2008 ausgezeichnet worden.

Preisträger ist der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs Gardasil® von Sanofi Pasteur MSD. Die Entscheidung hat die unabhängige internationale Jury unter dem Vorsitz des Kardiologen Professor Erland Erdmann von der Universität Köln kurz vor der Preisverleihung unter neun innovativen Präparaten, die als Kandidaten nominiert waren, in Berlin getroffen.

Die Injektionssuspension des Impfstoffs besteht aus gereinigten L1-Proteinen für vier Typen des humanen Papillomvirus: Typ 6, Typ 11, Typ 16 und Typ 18. Der Impfstoff beugt Zervix-Dysplasien und externen Genitalläsionen vor, die mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 in Zusammenhang stehen.

Strahlende Gesichter nach Bekanntgabe der Entscheidung der Jury zugunsten des Krebsimpfstoffs Gardasil®: Vertreter des Gewinners von Sanofi Pasteur MSD und der Stifter des Preises auf der Bühne.

Fotos: sbra, Schulten

Die vier Zulassungsstudien haben ergeben, dass keine der Frauen, die noch nie eine Infektion mit diesen HPV-Typen hatten, hochgradige dysplastische Zervixläsionen aufgrund von HPV Typ 16 oder Typ 18 entwickelte, wenn sie die vollständige Impfreihe erhalten hatten. In der Studie wurden 8487 Frauen geimpft. Von den 8460 mit Placebo geimpften Frauen entwickelten dagegen 53 derartige Zervixläsionen, die als Vorstufe des Zervix-Karzinoms gelten.

Der Gewinner des erstmals 1991 verliehenen internationalen Prix Galien wurde bei der Feier zur Preisverleihung mit vielen prominenten Gästen in Berlin mit einer Medaille und einer Urkunde geehrt. Die "Ärzte Zeitung" hatte eigens zu diesem Anlass direkt nach der Entscheidung der Jury am Nachmittag eine Extra-Ausgabe mit der Bekanntgabe des Gewinners produziert, in Kassel gedruckt und bei der Veranstaltung in Berlin am Abend ausgeliefert.

An dem Wettbewerb teilgenommen hatten insgesamt neun Kandidaten, die bereits in den vergangenen zwei Jahren einen nationalen Prix Galien gewonnen hatten.

Mitglied der Stiftergemeinschaft aus Fachmedien in Deutschland ist die "Ärzte Zeitung". Der nationale Prix Galien in Deutschland ist der von der "Ärzte Zeitung" gestiftete Galenus-von-Pergamon-Preis, der alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Internationalen Galenus-Preis verliehen wird.

www.prix-galien.de

www.aerztezeitung.de

Mehr zum Thema: Eine Innovation mit großem Effekt auf die Volksgesundheit, auf Seite 7, rauschendes Fest für den Galenus-Gewinner, auf den Seiten 8 und 9.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »