Ärzte Zeitung, 13.05.2009

Auch bei NERD ist Säurehemmung das A und 0

Protonenpumpenhemmer sind bei gastroösophagealer Refluxkrankheit unverzichtbar. Das gilt auch für Patienten mit nichterosiver Refluxkrankheit (NERD).

Gar nicht so selten: Sodbrennen. Die Mukosa des Ösophagus kann dabei unauffällig sein.

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Die nichterosive Refluxkrankheit, kurz NERD (non-erosive reflux disease), ist mit einem geschätzten Anteil von etwa 60 Prozent die häufigste Manifestationsform der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Ein Übergang von NERD zu einer Refluxösophagitis (erosive Refluxkrankheit; ERD) finde wahrscheinlich selten statt, heißt es in der Leitlinie "Gastroösophageale Refluxkrankheit" der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Aufgrund der praktisch deckungsgleichen Symptome wird die Lebensqualität bei NERD in ähnlicher Weise beeinträchtigt wie bei erosiver Refluxkrankheit. Da bei NERD im Ösophagus aber keine peptischen Läsionen vorliegen, ist hier das alleinige Therapieziel, die Patienten von ihren Beschwerden zu befreien.

Meistens reicht eine vierwöchige Therapie

Möglich ist, bei Patienten mit Reflux-Beschwerden aber endoskopisch unauffälligem Befund - also bei Verdacht auf eine Refluxkrankheit -Protonenpumpenhemmer (PPI) zunächst quasi als Probetherapie zu geben. Empfohlen wird dafür in der Leitlinie die zwei- bis dreifache zur Refluxtherapie empfohlene Standarddosis, und zwar über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Eine NERD gilt dann als gesichert, wenn weit gehende Besserung von pharyngealen, retrosternalen und epigastrischen Symptomen erzielt wird. Das kann zum Beispiel einer 75prozentigen Besserung auf einer visuellen Analogskala entsprechen.

Ansonsten sollte für die Primärtherapie bei NERD gemäß den Leitlinien ein PPI gewählt werden. Initial sollten Standarddosen gegeben werden. Über die optimale Dauer gebe es bisher keine einheitliche, durch Daten belegbare Empfehlung, jedoch dürfe meist eine vierwöchige Therapie zunächst ausreichen.

Nach erfolgreicher Akuttherapie bei NERD muss bei bis zu 50 Prozent der Patienten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten mit einem Rezidiv gerechnet werden. Viele NERD-Patienten brauchen also eine Langzeittherapie. Mehrere Placebo-kontrollierte Studien hätten hier die Wirksamkeit einer PPI-Therapie nach Bedarf belegt. In der Praxis empfiehlt sich laut Leitlinie folgendes Vorgehen: Nach der Akuttherapie mit einem PPI wird die Behandlung zunächst ausgesetzt. Der Patient wird aufgefordert, sich bei erneuten Beschwerden wieder vorzustellen. Findet eine solche Konsultation statt, wird der Patient bedarfsadaptiert mit einem PPI behandelt. Nach kontrollierten Studien sei im Mittel eine PPI-Dosis alle zwei bis drei Tage zum Erhalt der Symptomfreiheit erforderlich.

PPI sind Therapie mit H2-Blockern überlegen

Im Vergleich zu H2-Blockern seien PPIs zur Akuttherapie überlegen, heißt es in der Leitlinie. Auch zur Langzeittherapie seien H2-Blocker PPIs unterlegen, wobei direkte Vergleiche für PPI gegen H2-Blocker in der Langzeittherapie unzureichend vorliegen und H2-Blocker - im Gegensatz zu PPIs - täglich gegeben werden müssten. Wenn ein Patient gleichermaßen gut auf H2-Blocker wie auf PPI anspricht, könne auch längerfristig mit einem H2-Blocker therapiert werden.

Patienten mit sporadischen Reflux-Beschwerden, die gut auf Antazida ansprechen, könnten mittelfristig derart behandelt werden. Von mehrmals täglichen Antazida-Gaben über einen längeren Zeitraum zur Symptomkontrolle wird in der Leitlinie jedoch abgeraten. (sec)

Zur Leitlinie im Web: http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/021-013.htm

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