Ärzte Zeitung, 01.08.2007

Sommerakademie 2007

Wichtiger TSH-Test bleibt nach EBM berechnungsfähig

Schilddrüsenlabor: Abrechnungsfähigkeit neu geregelt

NEU-ISENBURG (gwa). Seit Anfang Juli können einige Labortests zur Schilddrüsen-Diagnostik nicht mehr abgerechnet werden. Etwa die Bestimmung von Gesamt-T3 und Gesamt-T4. Nicht ausgeschlossen wurde der wichtige TSH-Test.

Das geht aus dem zum dritten Quartal eingeführten Anhang 4 des EBM hervor. In diesem Verzeichnis sind nicht oder nicht mehr berechnungsfähige Leistungen aufgeführt. Einige Laboruntersuchungen sind als "nicht mehr zeitgemäße Laborleistungen" gestrichen worden. Diese Tests sind auch nicht mehr über den Posten "Ähnliche Untersuchungen" berechnungsfähig.

Für die Schilddrüsen-Diagnostik sind ausgeschlossen worden die Tests Nr. 32098 (Gesamt-Trijodthyronin T3), Nr. 32099 (Gesamt-Thyroxin T4) und Nr. 32100 (Indirekte Schilddrüsenhormon-Bindungstests, TBG). Nicht ausgeschlossen wurde der TSH-Test zur Diagnostik von Funktionsstörungen der Schilddrüse.

Eine solche Diagnostik ist etwa bei Diabetikern wichtig - ein Thema der heutigen SommerAkademie. Denn schon subklinische Funktionsstörungen (pathologisches TSH bei noch normalen Spiegeln der freien Hormone fT3 und fT4) beeinflussen den Glukosestoffwechsel: Bei verminderter Schilddrüsenfunktion etwa ist die Insulinsensitivität erhöht - das kann zu Hypoglykämien führen.

Ein niedrig-normaler TSH-Wert wird etwa bei einer Levothyroxin-Substitution bei Patienten mit Jodmangelstruma angestrebt. Wegen der geringen therapeutischen Breite bei Levothyroxin sehen Spezialisten einen Präparate-Wechsel kritisch.  

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