Ärzte Zeitung, 15.10.2007

"Beitragssenkung vernichtet Arbeitsplätze"

Klinikverband Schlewsig-Holstein: Senkung der Kassenbeiträge um ein Prozent würde rund 180 000 Jobs kosten

LÜBECK (di). Jede Beitragssenkung in der GKV vernichtet im Gesundheitswesen mehr Arbeitsplätze, als sie in der Gesamtwirtschaft an Zuwachs bringt. Diese These leitet der schleswig-holsteinische Verband der Krankenhausdirektoren (VKD) aus einer jetzt aktualisierten, eigenen Studie ab.

"Eine einprozentige Senkung der Kassenbeiträge vernichtet rund 180 000 Arbeitsplätze in Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken sowie sonstigen Gesundheitseinrichtungen und führt damit per Saldo zu einem Anstieg der volkswirtschaftlichen Gesamtarbeitslosigkeit um rund 80 000 Menschen", behauptet der VKD.

Die Zahlen legte der Verband jüngst auf den schleswig-holsteinischen Gesundheitstagen in Lübeck vor. Erstmals hatte der Verband die These vor zwei Jahren vertreten.

Volkswirtschaftler gehen von einem Zusammenhang zwischen steigenden Lohnnebenkosten und der Arbeitslosigkeit aus. Arbeitgeberverbände fordern deshalb eine Senkung der Nebenkosten, also auch der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dies könnte sich nach Ansicht des VKD aber in die falsche Richtung auswirken.

Denn bei einem durchschnittlichen Beitragssatz von 15 Prozent finanziert die GKV Gesundheitsleistungen von rund 150 Milliarden Euro. Eine einprozentige Beitragssenkung führt zu Einnahmeausfällen von rund zehn Milliarden Euro - mit entsprechenden Folgen für die Beschäftigungsquote.

Weil die Personalkostenquote in Gesundheitseinrichtungen mit rund 70 Prozent deutlich höher ist als in anderen Branchen, gehen mit einer Beitragssenkung mehr Arbeitsplätze verloren als sie wegen des dann günstigeren Arbeitspreises in anderen Wirtschaftszweigen geschaffen werden. Der VKD bilanziert: "Die Zerstörung des Zukunftsmarkts Gesundheitswesen ist volkswirtschaftlich kontraproduktiv."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »