Ärzte Zeitung online, 09.12.2009
WHO fordert besseren Schutz vor Tabakrauch
ISTANBUL (dpa). Trotz verstärkter Anstrengungen in einigen
Ländern sind weltweit noch immer mehr als 94 Prozent der Menschheit
nicht durch Gesetze vor Tabakrauch geschützt. "Es muss schnell
gehandelt werden, um Menschen vor Tod und Krankheit ausgelöst durch
Tabakrauch zu schützen", forderte die Weltgesundheitsorganisation WHO
zur Vorstellung ihres Jahresberichts 2009 über die weltweite
Tabakepidemie am Mittwoch.
Tabak sei die wichtigste vermeidbare Ursache vorzeitigen Todes und
weltweit für mehr als fünf Millionen Todesfälle im Jahr verantwortlich.
Ohne geeignete Gegenmaßnahmen könne diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf
acht Millionen Tote steigen. Die meisten Fälle werde es in Ländern mit
geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen geben.
Im Jahr 2008 sei die Zahl der Staaten mit Rauchverboten um 7 auf 17
gestiegen, darunter auch die Türkei. Die WHO fordert Programme zur
Beobachtung des Tabakkonsums, Hilfen zur Entwöhnung,
Aufklärungsprogramme, Werbeverbote für Tabakprodukte sowie
Steuererhöhungen. Insbesondere müssten Nichtraucher geschützt werden,
da es auch beim Passivrauchen keine unbedenkliche Dosis gebe.
Zum WHO-Jahresbericht über die weltweite Tabakepidemie
Lesen Sie dazu auch:
Forscher halten Tabak für globales Umweltrisiko
[24.05.2012]
Schlechte Noten für das Patientenrechtegesetz: Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf gilt als kleinster gemeinsamer Nenner. Länder, Kassen und Opposition nörgeln, haben aber auch Ideen, wie der Entwurf in ihren Augen noch gerettet werden kann.
mehr »