Ärzte Zeitung, 25.01.2010

Kasse zahlt Einfrieren von Samenzellen nicht

Auch bei drohender Zeugungsunfähigkeit kein Anspruch auf Kostenübernahme

KÖLN (frk). Gesetzlich Krankenversicherte, die ihre Samenzellen einfrieren und lagern wollen, haben auch dann keinen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse, wenn aufgrund einer bevorstehenden Hodenkrebsoperation und Chemotherapie Zeugungsunfähigkeit droht.

Kasse zahlt Einfrieren von Samenzellen nicht

© Orlando Florin Rosu / fotolia.com

Die entsprechende Klage eines jungen Mannes hat das Sozialgericht Aachen abgewiesen. Der Kläger hatte sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zu Leistungsansprüchen eines Beamten gegenüber seinem Dienstherren im Rahmen der Beihilfe gestützt. Demnach handele es sich bei den Kosten der sogenannten Kryokonservierung um Ausgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Krankheitsfall, dem Hodenkarzinom, stünden. Sie dienten der Vermeidung und Minimierung der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Behandlungsrisiken, wie etwa der Zeugungsunfähigkeit.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts lasse sich aber nicht auf das Recht der gesetzlichen Krankenkassen übertragen, so die Richter. Zwar gelte auch hier, dass zur Krankenbehandlung auch Leistungen zur Herstellung der Zeugungsfähigkeit gehören, wenn diese durch Krankheit oder wegen einer durch Krankheit erforderlichen Sterilisation verloren gegangen ist.

Welche Maßnahmen hierfür in Betracht kommen, bestimme aber der Gemeinsame Bundesausschuss. In den Richtlinien des Ausschusses sei die Kryokonservierung ausgeschlossen, weswegen eine Übernahme der Kosten durch die Kassen nicht in Frage komme. Die vom Kläger benannte Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sei ausschließlich auf Grundlage des beamtenrechtlichen Beihilferechts in Rheinland-Pfalz ergangen.

Urteil des Sozialgerichts Aachen; Az: S 13 KR 115/09

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