Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 12.11.2010

Wenige Laborwerte reichen aus als Basisdiagnostik bei diffusem Haarausfall

BERLIN (gvg). Einige wenige Laborwerte reichen aus, um bei Patienten mit diffusem Haarausfall die wesentlichen Ursachen abzuklären. Beim 58. Ärztekongress Berlin wurden vier "Muss-Parameter" genannt.

Wenige Laborwerte reichen aus als Basisdiagnostik bei diffusem Haarausfall

Bei Haarausfall gehören zur Diagnostik auch eine Bestimmung des Hb-Wertes.

© Mellimage / fotolia.com

So gehöre die Bestimmung des Hämoglobinwertes zur Diagnostik beim diffusen Haarausfall unabdingbar dazu, sagte Professor Ulrike Blume-Peytavi, Dermatologin an der Charité Berlin. Eine Anämie macht, außer in vielen anderen Organen, auch der Haarwurzel Probleme. Haarausfall kann die Folge sein.

Auch ohne Anämie kann ein Eisenmangel auf die Haare schlagen, weswegen die Expertin zusätzlich eine Ferritin-Bestimmung empfiehlt, mit der sich auch bei normalem Blutbild ein Speichereisenmangel demaskieren lässt. Die kritische Grenze für den Haarwuchs liege hier bei 70 bis 40 μg Ferritin pro Liter Serum. Mit Ferritin-Werten unterhalb dieses Grenzbereichs lasse sich ein diffuser Haarausfall ohne weiteres erklären, so Blume-Peytavi

Parameter Blutsenkung sollte zum Standard gehören

Die zwei anderen relevanten Parameter, die standardmäßig erhoben werden sollten, sind der TSH-Wert und die Blutsenkung oder ein anderer Entzündungsparameter. Schilddrüsenerkrankungen können Probleme beim Haarwuchs verursachen. Dasselbe gilt für chronisch-entzündliche Erkrankungen aller Art.

"Nicht mehr zur Basisdiagnostik gehören dagegen Marker für Autoimmunerkrankungen und die Lues-Serologie", so die Expertin. Sowohl Autoimmunerkrankungen als auch die Lues sind wichtige Ursachen für diffusen Haarausfall. Die Labordiagnostik sollte aber nur dann erfolgen, wenn auch andere klinische Zeichen für eine dieser Erkrankungen sprechen.

Auch die Hormondiagnostik ist keine Standarduntersuchung. "Hierzu gibt es mittlerweile einen europaweiten Konsens", so Blume-Peytavi. "Bei prämenopausalen Frauen ohne Zyklusstörungen und ohne Androgenisierungszeichen ist grundsätzlich keine Hormondiagnostik erforderlich." Anders sieht es aus, wenn zusätzlich zur Alopezie ein männlicher Körperbehaarungstyp auffällt oder eben Zyklusstörungen vorliegen. In diesem Fall fordert der Arzt dann LH, FSH, FH, Östradiol und 17-OH-Progesteron an. Bei auffälligen Werten sollte dann ein Endokrinologe hinzugezogen werden.

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