Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 03.01.2011

Zwei Menschen in Niedersachsen nach Schweinegrippe-Infektion gestorben

HANNOVER/GÖTTINGEN (dpa). In Niedersachsen ist ein dreijähriges Mädchen an den Folgen einer Infektion mit H1N1 (Schweinegrippe) gestorben. Das Kind erlag nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums vom Montag im Göttinger Uniklinikum der Erkrankung. Auch ein 51-Jähriger, der am Montagmorgen in der Göttinger Klinik starb, hatte sich mit dem Virus infiziert.

Zwei Menschen in Niedersachsen nach Schweinegrippe-Infektion gestorben

© [M] Virus: GSK | Schwein:

© Eric Isselée / fotolia.com

Ob die Schweinegrippe bei dem die Todesursache war, lasse sich jedoch nicht genau bestimmen, sagte der Infektiologe an der Uniklinik Göttingen, Professor Helmut Eiffert. Der Mann habe schwere chronische Vorerkrankungen gehabt.

Das Mädchen starb dagegen nach den Angaben der Mediziner am 28. Dezember eindeutig an der Viruserkrankung. Vorerkrankungen seien bei der Dreijährigen nicht festgestellt worden.

Auch die Geschwister des Mädchens hätten sich mit der Schweinegrippe infiziert, sagte Eiffert. Bei ihnen war die Infektion aber nicht so schwer, so dass sie aus der Klinik entlassen werden konnten. Zwischen den beiden Todesfällen in der Uniklinik gebe es keine Verbindung, sagte ein Sprecher der Stadt Göttingen.

   Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan sprach von zwei tragischen Einzelfällen. "Es gibt keinen Anlass zur Panik", sagte sie am Montag in Hannover. Zwar dürfe man die saisonale Grippe nicht unterschätzen. "Aber gleichzeitig darf man auch eine Pandemie nicht überschätzen."

Seit Ende Dezember 2010 steigt die Zahl der nachgewiesenen Influenzaviren in Niedersachsen wieder deutlich an. Seit Oktober 2010 seien in Niedersachsen rund 30 Infektionen mit dem H1N1-Virus gemeldet worden, sagte ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes.

Gemeinsam mit dem Leiter des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, rief die Ministerin zur Schutzimpfung gegen die Influenza-Viren auf. Vor allem ältere Menschen, Schwangere oder chronisch Kranke sollten sich impfen lassen.

Aber auch Menschen, die sich im vergangenen Jahr hatten impfen lassen, seien nicht sicher gegen die neue Influenza-Infektion geschützt. Sie sollten sich erneut impfen lassen. "Wir nehmen diese Grippewelle sehr ernst", sagte Pulz. "Influenza-Viren sind unberechenbar". Auch völlig gesunde Menschen könnten daran sterben.

Bislang sind in Deutschland seit dem Auftreten der Schweinegrippe 2009 mehr als 250 Menschen an den Folgen einer H1N1-Infektion gestorben. Die meisten Erkrankungen waren von Herbst 2009 bis August 2010 aufgetreten. Danach war die Welle abgeebbt.

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