Als chronischer Schmerzpatient und Leiter einer Selbsthilfegruppe weiss
ich wie hoch die Hürden des Gesetzes liegen. Welche Probleme gute
Mediziner und Schmerztherapeuten haben, ihren Patienten wirklich zu helfen.
Es ist ein jahrelanger Kampf die richtige Behandlung als chronischer
Schmerzpatient zu erhalten, aber noch viel schlimmer, evtl. alle
tatsächlich zur Verfügung stehenden Medikamente nutzen zu "dürfen"!
Betrachte man bloß einmal das Thema Cannabis als Schmerzmedikament! Es
ist ein Hohn an den Menschen, denen man damit helfen könnte. Aber unsere
Politik hat wichtigere Probleme zu entscheiden, als schwerkranken
Menschen wirklich zu helfen.
Ernst genommen werden die wenigsten Schmerzpatienten, weil
Schmerzpatienten in der Regel schwierig sind! Doch wenn ein Arzt
wirklich mal Mut beweist, dann schiebt die Krankenkasse den Riegel vor,
beispielsweise bei einem Alternativmedikament oder einer solchen
Behandlung. Selbst kostengünstigere Lösungen werden abgeschmettert, nur
weil sie angeblich nicht verordnungsfähig sind.
Die Gerichtsbarkeit sieht hilflos zu, ist auf meist "widersprüchliche"
Gutachten angewiesen und wird sich kaum aus dem "Fenster lehnen" um nach
einem jahrelangen Verfahrensweg, dann doch mal eine Entscheidung zu
treffen, die menschlicher wäre, nur weil dazu ein Vergleichsfall oder
Gesetzestext fehlt.
Ich könnte hier ein Buch an erlebten Beispielen niederschreiben, doch
ich lade all die Skeptiker an meinen Schilderungen ein - rufen Sie doch
mal an einem Wochenende einen Notdienst wegen akuten oder chronischer
Schmerzen. Viele diensthabende Ärzte haben das Thema Schmerz nie richtig
gelernt, können damit kaum umgehen und wenn Sie dann noch Pech haben,
einen Mediziner aus relativ "schmerzfremden" Fachgebieten zu haben?? Er
hat mehr Angst vor den Medikamenten die der hilferufende Patient auf dem
Nachttisch liegen hat!
Ich kenne die Worte, die mir mal ein Arzt gesagt hat (PS: es war ein
Augenarzt), ich rufe Ihnen einen Krankenwagen und wir bringen Sie erst
einmal in die Psychiatrie - dort hilft man Ihnen!
ABER NEIN - wer jetzt beim Thema Augenarzt an unseren
Gesundheitsminister denkt, mit Nichten - oder doch? Na zu mindestens
glaube ich, dass Herr Dr. Rösler bei seinen Aufgaben mehr in Richtung
Patient schauen sollte.
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