Donnerstag, 23. Mai 2013
Ärzte Zeitung, 04.10.2012

Vernachlässigte Tropenkrankheiten

Allianz trägt Früchte

BERLIN (maw). Umfassendere Partnerschaften, um das WHO-Ziel zu erreichen, bis 2020 die häufigsten vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTD) einzudämmen respektive auszurotten, haben Experten für globale Gesundheit und Vertreter pharmazeutischer Unternehmen im Rahmen eines Workshops in Berlin gefordert.

An dem Workshop nahmen nach Angaben des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) neben vfa-Vertretern auch Fachleute der World Health Organization (WHO), der Bill & Melinda Gates Foundation, der Firmen Merck KGaA, Merck & Co., Eisai, Bayer HealthCare und Sanofi, des British Parliament und des Global Network for Neglected Tropical Diseases teil.

Weltweit sind laut vfa mehr als 1,4 Milliarden Menschen mit NTD infiziert, darunter 500 Millionen Kinder. Damit belasteten diese Krankheiten die Weltgesundheit stärker als Malaria und Tuberkulose.

Neue Impfstoffe gegen NTD entwickelt

NTD können mit schweren Folgen wie Erblindung, massiven Schwellungen an Armen und Beinen, akuter Mangelernährung, Anämie und Schwangerschaftskomplikationen einhergehen.

Zudem tragen diese Krankheiten nach vfa-Angaben durch Fehlzeiten bei Schulkindern und Produktivitätsminderung bei Arbeitnehmern in starkem Maße zur Armut bei.

In den vergangenen Jahren hätten zivilgesellschaftliche Organisationen, staatliche Stellen und der Privatsektor Maßnahmen ergriffen, um mehr Aufmerksamkeit auf NTD zu lenken und die Forschung und Entwicklung für bessere Behandlungsmöglichkeiten zu intensivieren.

Unternehmen hätten in Entwicklungspartnerschaften zunehmend neue Impfstoffe und Arzneimittel gegen NTD entwickelt.

"Seit Beginn der ersten Initiative zur Kontrolle und Ausrottung der Flussblindheit in Afrika, Süd- und Mittelamerika im Jahr 1987 sind bei zahlreichen Programmen zur Bekämpfung von NTD deutliche Fortschritte zu verzeichnen. Die Arzneispenden der forschenden Pharma-Unternehmen haben in ganz entscheidender Weise zu diesem Fortschritt beigetragen", kommentiert Dr. Cornelius Erbe, vfa-Geschäftsführer Strategie und Internationales.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Adipöse mit schlanken Männern verglichen: Mit 20 fett, mit 50 chronisch krank

Fettleibigkeit in jüngeren Jahren hat fatale Folgen. Das zeigt eine Vergleichsstudie von fetten und schlanken Männern: Jeder zweite 22-Jährige mit Adipositas erkrankt an Diabetes, erleidet einen Infarkt oder stirbt - noch vor seinem 55. Geburtstag. mehr »

Ausländische Ärzte: Deutsche Sprache, schwere Sprache

Sprachtest für Ärzte aus dem Ausland: In Rheinland-Pfalz müssen ausländische Mediziner ihre Deutschkenntnisse prüfen lassen. Die Kammer will damit Patienten und Kollegen schützen. Bilanz nach zehn Monaten: Viele neue Kollegen scheitern am Test. mehr »

Sprechstunde am Telefon: Eidgenossen machen Telemedizin zum Geschäft

Patienten ausschließlich am Telefon betreuen? Was in Deutschland aufgrund der Berufsordnung kaum denkbar ist, ist in der Schweiz seit der Jahrtausendwende ein Geschäftsmodell - mit mittlerweile 250 Angestellten. mehr »