Ärzte Zeitung, 27.11.2008

Arzt mit behindertem Sohn darf bleiben

Australischer Einwanderungsminister erteilt Dauervisum für deutschen Mediziner

SYDNEY (dpa). Der deutsche Arzt Bernhard Möller darf mit seiner Familie und seinem 13-jährigen behinderten Sohn Lukas nun doch in Australien bleiben. Der Einwanderungsminister hob den abschlägigen Bescheid seiner Behörde persönlich auf und räumte den Möllers ein Dauerbleiberecht ein.

Glück für die Famile: Die Familie des Arztes Bernhard Möller (rechts) erhält mit ihrem behinderten Sohn Lukas (Mitte) dauerhaftes Bleiberecht in Australien.

Foto: dpa

Die Begründung für die Ablehnung des Antrags hatte in Australien vor drei Wochen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst: Die möglichen Kosten für die Pflege von Lukas, der den Gendefekt Down Syndrom hat, könne dem Steuerzahler nicht zugemutet werden, meinten die Beamten. "Wir sind einfach nur glücklich", sagte Möller in Horsham an der australischen Ostküste. "Wir sind gehüpft vor Freude." Die fünfköpfige Familie war 2005 aus Bad Driburg nach Horsham gezogen, wo akuter Ärztemangel herrschte. Sie fühlte sich in dem kleinen Nest zwischen Melbourne und Adelaide mit 13 000 Einwohnern so wohl, dass sie beschloss, sich gänzlich dort niederzulassen.

Die Ablehnung des Dauervisums traf die Familie Anfang November völlig überraschend. Auch der Einspruch, Möller würde für die Pflege seines Sohnes aufkommen, wurde abgelehnt. Einwanderungsminister Chris Evans revidierte die Entscheidung. "Mir war klar, dass Dr. Möller und seine Familie einen wertvollen Beitrag in ihrer Umgebung leisten", sagte er im Parlament. "Er stellt in der Gegend eine wertvolle Dienstleistung zur Verfügung, seine Familie ist voll integriert, und sie haben große Unterstützung in der Bevölkerung."

Lesen Sie dazu auch:
Deutscher Arzt darf mit behindertem Sohn in Australien bleiben
Australien lehnt Einwanderungsantrag eines deutschen Arztes mit behindertem Sohn ab

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »