Mittwoch, 8. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 17.12.2009

Marketing ist vielen Ärzten kein Geld wert

HAMBURG (di). Jeder siebte Praxisinhaber will 2010 sein Marketingbudget erhöhen - die meisten von ihnen wollen in die Web-Präsenz investieren. Generell bleiben Niedergelassene beim Thema Marketing aber zurückhaltend, so die Stiftung Gesundheit.

Marketing ist vielen Ärzten kein Geld wert

Foto: julien tromeur ©www.fotolia.de

In der aktuellen Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit", der Hamburger Stiftung Gesundheit ist zu lesen, dass "sich das Konzept des Marketings bislang nicht auf breiter Fläche durchgesetzt hat". Als Grund für die Zurückhaltung der Ärzte vermuten die Studienautoren eine "eher konservative, nicht das Kommerzielle betonende Praxisführung der allermeisten Ärzte".

Dies wird auch deutlich am Anteil der Ärzte, die ein Werbebudget für ihre Praxis festlegen. Dieser Anteil schwankt seit Jahren zwischen 13 und 19 Prozent. Mindestens Vierfünftel der Ärzte legen also gar nicht erst ein Werbebudget fest. Am ehesten investieren die Praxisinhaber noch immer in ihre Internetpräsenz (63 Prozent), allerdings mit abnehmender Tendenz. Die eigenen Mitarbeiter zählen 60 Prozent der Praxischefs zu den drei wichtigsten Marketingmaßnahmen, gefolgt vom äußeren Erscheinungsbild der Praxis.

Daraus schließen die Studienautoren, dass Ärzte den Stellenwert der neuen Medien zwar hoch einstufen, in Zeiten der Wirtschaftskrise aber eher zu den direkt wahrnehmbaren Formen des Marketings greifen.

Die Studie zeigt auch, dass der Anteil der Praxisumsätze, die außerhalb der GKV erwirtschaftet werden, leicht rückläufig ist. Im Gegensatz zum Jahr 2006, als 65 Prozent des Einkommens der niedergelassenen Ärzte aus der GKV stammten, sind dies aktuell 67,4 Prozent.

Zu den Ursachen gibt es keine Einschätzung. Allerdings verweist die Studie auf den parallel dazu festgestellten Rückgang der Marketingaktivitäten. Ein Zusammenhang dieser beiden Entwicklungen könnte also auf die Wirksamkeit von Praxismarketing etwa für Selbstzahlerleistungen hindeuten. An der Online-Befragung hatten sich 1131 Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen aus ganz Deutschland beteiligt.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Studie belegt: Viele Praxischefs kümmern sich nicht um Arztbewertungen im Internet

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