Ärzte Zeitung, 06.03.2013

Leitartikel zu Stammzellen

Arsenal für künftige Therapien wird immer bunter

Embryonale Stammzellen, induzierte pluripotente Stammzellen, nach Jungfernzeugung isolierte embryonale Stammzellen - das Arsenal für die regenerative Medizin wird immer vielfältiger. Doch wann werden Patienten davon profitieren?

Von Peter Leiner

Arsenal für künftige Therapien wird immer bunter

Die Vision: von Patienten etwa Hautzellen zu entnehmen, zu reprogrammieren und aus so verjüngten Zellen zum Beispiel Herzzellen für die Therapie züchten.

© Mattias Kerlén

Die Forschung zur regenerativen Medizin erlebt derzeit einen ungemeinen Schub an neuen Erkenntnissen. Was bis vor kurzem mit der Anwendung humaner embryonaler Stammzellen verbunden war, fand seinen vorläufigen Höhepunkt in der Entdeckung, dass sich patienteneigene ausdifferenzierte Zellen, etwa Fibroblasten aus der Haut, verjüngen lassen.

Durch diese Reprogrammierung entstehen induzierte pluripotente Stammzellen, die in ihren Eigenschaften den ethisch umstrittenen humanen embryonalen Stammzellen sehr stark ähneln. Und: Sie lassen sich in jede der mehr als 200 Zellarten des Körpers verwandeln.

Fast perfekt! Man erinnere sich: Die Möglichkeit der Zellverjüngung entdeckte Professor Shinya Yamanaka aus Tokio bereits im Jahr 2007 - der prompt dafür mit dem Medizinnobelpreis im vergangenen Jahr geehrt wurde. Inzwischen gibt es fast 3000 Publikationen dazu.

Die verjüngten Zellen stammen außer aus der Haut Erwachsener auch aus dem Nabelschnurblut, von T-Lymphozyten, von Fibroblasten der Vorhaut oder der Lunge oder aber auch von neuronalen Stammzellen. Und wozu der ganze Aufwand?

Die zwei wichtigsten Anwendungen sind die Züchtung von Ersatzgewebe etwa für Parkinsonpatienten oder Diabetiker und die Entwicklung von Tests für das Arzneimittelscreening. ...

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