Ärzte Zeitung, 29.04.2010

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Arzneifälscher

EU-Parlament berät Sicherheitspaket für rezeptpflichtuige Arzneien / Bessere Kontrolle des Versandhandels

BRÜSSEL (spe). Mit europaweit einheitlichen Sicherheitsstandards für verschreibungspflichtige Medikamente will das Europäische Parlament gegen Plagiate vorgehen.

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Arzneifälscher

Das EU-Parlament zeigt Flagge im Kampf gegen Arzneifälscher. © Jürgen Priewe / fotolia.com

Der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments (EP) hat mit großer Mehrheit dafür gestimmt, EU-weit einheitliche Sicherheitsmerkmale für verschreibungspflichtige Arzneimittel einzuführen.

Generika, homöopathische Arzneimittel und OTC-Produkte sollen von der Regelung ausgenommen sein. Die EU-Kommission ist aber dazu aufgefordert, innerhalb von vier Jahren zu überprüfen, ob für diese Produkte künftig auch Sicherheitsmerkmale erforderlich sind.

Die Ausschussmitglieder stimmten zugleich für eine bessere Kontrolle des Versandhandels. Ein einheitliches Logo soll künftig symbolisieren, welche Internet-Apotheken von den nationalen Aufsichtsbehörden zertifiziert wurden. Die geprüften Apotheken sollen in eine Datenbank aufgenommen werden.

Den EU-Mitgliedsländern wird ferner gestattet, den Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten im Internet komplett zu verbieten. Informationskampagnen sollen die Bürger über die Gefahren des illegalen Versandhandels aufklären.

Holger Krahmer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im EP, begrüßte die Entscheidung: "Die Abstimmung ist ein Erfolg im Kampf gegen Medikamentenfälscher. Skandale, wie bei den gefälschten Arzneien in deutschen Apotheken, sind dadurch leichter zu verhindern."

Die SPD-Abgeordnete Dagmar Roth-Behrendt bezeichnete das Abstimmungsergebnis als großen Fortschritt für die Patientensicherheit. Auch der CDU-Politiker Thomas Ulmer zeigte sich erfreut über das Votum: "In der Europäischen Union werden immer mehr gefälschte Arzneimittel in die legale Lieferkette geschleust. Es ist besorgniserregend, dass es sich dabei nicht mehr nur um so genannte Lifestylepräparate, wie Viagra handelt, sondern auch um lebenswichtige Krebsmedikamente."

Im Juni soll das Plenum des EP über das Regelwerk abstimmen.

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