Ärzte Zeitung, 17.10.2010

Nur Heilpraktiker und Ärzte dürfen TCM anwenden

TRIER (mwo). Ärzte dürfen Behandlungen nach den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nur Mitarbeitern übertragen, die zumindest über eine Heilpraktikererlaubnis verfügen. Denn eine solche Tätigkeit ist keine Heilhilfstätigkeit, sondern Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes, heißt es in einem schriftlich veröffentlichten Urteil des Verwaltungsgerichts Trier.

Im Streitfall arbeitete ein Chinese in der Praxis. Der Arzt hatte ihm unter anderem Puls- und Zungendiagnostik, Akupunktur sowie die Reflexzonen-Therapie übertragen. Der Chinese hatte schon in seiner Heimat verschiedene Ausbildungen absolviert und zu Teilbereichen auch in Deutschland Prüfungen abgelegt. Für März 2009 hatte er sich zur Heilpraktikerprüfung angemeldet, nahm den Termin aber nicht wahr. Daraufhin wurde ihm seine Tätigkeit untersagt.

Zu Recht, wie das Gericht entschied: Zur Heilkunde gehöre auch die Linderung von Krankheiten. Der Erlaubnisvorbehalt umfasse alle Tätigkeiten, "die ärztliche Fachkenntnisse voraussetzen und gesundheitliche Schädigungen zur Folge haben können".

Dies gelte für die gesamte TCM und insbesondere auch auf die vom Kläger angewandten Teilbereiche. Auch die Diagnostik falle unter die Heilkunde, weil eine verspätete oder falsche Diagnose zur Verschlimmerung einer Krankheit führen könne.

Az.: 5 K 221/10.TR

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