Ärzte Zeitung, 15.01.2012

PIP-Implantate - haftet nun der Vorlieferant?

NEU-ISENBURG (HL). Ein Regress gegen den Hersteller ungeeigneter Silikon-Implantate ist nicht mehr möglich - der französische Hersteller PIP ist seit 2010 insolvent.

Inzwischen prüfen aber auf Haftungsrecht spezialisierte Anwaltskanzleien, inwieweit der Lieferant des für Brustimplantate ungeeigneten Silikons, das Unternehmen Brenntag, in die Verantwortung genommen werden kann. Das berichtet das "Handelsblatt".

Möglicher Schaden in Deutschland: 1,5 Milliarden Euro. Brenntag hat Silikon an PIP geliefert, in der Produktbeschreibung aber auch darauf hingewiesen, das Material sei für Implantate ungeeignet.

Juristen prüfen nun, ob Brenntag dennoch deshalb haften muss, weil die Firma hätte wissen müssen, dass es nicht bestimmungsgemäß verwendet wird. Darüber hätte es auch Behörden informieren müssen.

Brenntag bestreitet eine Verantwortung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »