Ärzte Zeitung, 26.02.2004

BUCHTIP

Neues Gewand für einen Klassiker

Wer Lehrbuch-Klassiker schätzt, die in mehreren Jahrzehnten nichts an praktischer Relevanz eingebüßt haben, für den ist die Reihe der "Lanz/Wachsmuth - Praktische Anatomie" das Richtige, etwa der Band zum Thema Hals.

Das Cover der schwergewichtigen Sonderausgabe, deren Erstauflage 1955 erschienenen war, ist zwar modern gestaltet, aber sonst hat man sich an die urprüngliche Erscheinungsform gehalten. Das ist etwa an der Einteilung des Textes und der Schrifttype erkennbar. Auch die Sprache und anatomische Begriffe sind "um die Authentizität der Darstellung zu wahren", so der Verleger, aus den 50er und 60er Jahren in das 21. Jahrhundert herübergerettet worden.

Dennoch oder gerade deshalb nimmt das Werk den Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise, die dem Praktiker von heute viele Tips zu operativen Zugängen oder Normvarianten gibt. Zudem werden anatomische Veränderungen vom Kind bis zum Greis erläutert sowie Untersuchungs- und Anästhesie-Techniken in Wort und Bild beschrieben.

Behutsam näherten sich die Herausgeber von damals, der Anatom Professor Titus von Lanz aus München und der Chirurg Professor Werner von Wachsmuth aus Würzburg, dem Hals von außen - Körperbautypen, Faszien, größere Organe - und teilen den Bereich nach und nach feiner ein. Auf Übersichten zu großen Gefäßen und Nerven folgt die Betrachtung kleinerer Regionen wie dem Trigonum caroticum. Dabei wurde nicht an der Beschreibung von Normvarianten gespart, etwa der Carotis-Bifurkation.

In den Varianten sieht auch Professor Bernhard Tillmann von der Universität Kiel im Vorwort einen besonderen Vorzug des Bandes: "Die umfassend vermittelte Breite an klinisch relevanten Strukturen bis zur detaillierten Beschreibung von Varianten ist ein Grund, warum das Werk im nationalen und internationalen Schrifttum wohl zu den am häufigsten zitierten deutschsprachigen Standardwerken im Bereich der makroskopischen Anatomie zählt." (slp)

Titus v. Lanz, Werner Wachsmuth: Praktische Anatomie. Hals. Springer Verlag Berlin Heidelberg New York 2004, Sonderausgabe der 1. Auflage von 1955, 549 Seiten, 322 Abb., 99,95 Euro, ISBN: 3-540-40567-4

Topics
Schlagworte
Panorama (30498)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Massive Technik-Pannen behindern Ärztetag

Nicht einsehbare Anträge, verschobene Abstimmungen: Technische Probleme machen Delegierten und Journalisten gestern unmd heute auf dem Ärztetag arg zu schaffen. mehr »