Ärzte Zeitung, 19.03.2004

Computer sollen Rettungseinsätze vereinfachen

KAMP-LINTFORT (akr). Eine riesige Industrieanlage brennt, die Rettungskräfte wissen nicht, wo sich verunglückte Arbeiter befinden. Statt in dem Gebäude zu suchen, bauen die Rettungskräfte ihre modernen Antennen und Laptops auf. Damit haben sie die Verunglückten ganz schnell geortet und können ihren Einsatz zielgerichtet beginnen.

Eine solche Rettungsaktion ist zwar momentan noch Zukunftsmusik, aber keineswegs Science Fiction. Wissenschaftler des Instituts für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST) in Kamp-Lintfort entwickeln ein Gerät, mit dem so etwas möglich sein soll.

Die Idee: Personen werden mit einem speziellen, etwa in einem Handy eingebauten Sender ausgestattet. Computer können dessen Signale auffangen und damit die Lage der Person bis auf einen Meter genau feststellen.

Neu sein wird, daß dieses System auch funktioniert, wenn sich der Sender innerhalb und der Empfänger außerhalb eines Gebäudes befindet. Bislang ist die Ortung etwa mit Lasertechnik nur bei Sichtkontakt möglich, also nicht durch Wände hindurch.

"In ein bis zwei Jahren soll der Prototyp fertig sein", sagt IMST-Geschäftsführer Peter Waldow. Vom Prototyp bis zum Produkt für den Massenmarkt sei aber noch ein weiter Weg zurückzulegen, da vieles zu bedenken sei: "Schließlich darf es nicht so sein, daß der Computer ausgerechnet bei einem Rettungseinsatz abstürzt."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »