Ärzte Zeitung, 14.04.2004

"Wenn sich die Lage beruhigt, fliegen wir zurück"

Hilfsorganisationen prüfen derzeit die Rückkehr in den Irak / Rotes Kreuz liefert Medikamente und Blutkonserven

NEU-ISENBURG (ine). Irakische Aufständische halten derzeit über zwei Dutzend Ausländer als Geiseln gefangen. Schießereien und Überfälle sind an der Tagesordnung, trotzdem überlegen Vertreter von deutschen Hilfsorganisationen derzeit die Rückkehr in den Irak.

"Sobald sich die Lage einigermaßen beruhigt hat, werden wir wieder zurückfliegen", sagt etwa der Minenexperte Frank Mc Areavey von der Hilfsorganisation "Help" in Amman in Jordanien.

Aufgrund der zunehmenden Gewalt gegen Ausländer hatten am Ostermontag die letzten deutschen Aufbauhelfer von "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) das Land verlassen. "Durch die rasante Eskalation in den letzten Tagen sind wir besorgt über die Bedingungen, unter denen unsere Helfer zur Zeit im Irak arbeiten müssen", so ADH-Sprecher Hartmut Wilfert in einer Mitteilung.

In vielen Regionen bestand für die Helfer - sie sollten sich eigentlich um medizinische Hilfe, Minenräumung und Versorgungsaufgaben kümmern - in der letzten Zeit striktes Ausgehverbot.

Auch die im Irak arbeitenden internationalen Rotkreuzhelfer (IKRK) sind aus Sicherheitsgründen in den Nachbarländern stationiert. Von dort aus fliegen sie regelmäßig Hilfsgüter in das Land. Am vergangenen Wochenende waren so 1500 Kilogramm Medikamente in die umkämpfte Stadt Falludscha gebracht worden.

"Die Situation der Zivilbevölkerung ist dort besonders schwierig, da der Zugang zu den Krankenhäusern aufgrund von Straßenkämpfen nicht möglich ist", heißt es in einer Mitteilung des DRK in Berlin. Die mangelnde Sicherheit der Zivilbevölkerung ist das Hauptproblem. Allein in der vergangenen Woche sind in Falludscha über 1275 Menschen bei Anschlägen verletzt worden.

"Wir leisten Hilfe so gut es geht. Wir liefern Medikamente und Blutkonserven, reparieren Wasser- und Stromstationen, aber immer unter äußerst schwierigen Bedingungen", so das DRK. Weitere Hilfslieferungen sind geplant. Versucht werden soll auch, die Krankenhäuser mit Medikamenten zu versorgen.

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