Ärzte Zeitung, 07.09.2004

Initiative soll Frauen helfen, über ED zu reden

HAMBURG (nke). Gegen die Sprachlosigkeit beim Thema erektile Dysfunktion (ED) richtet sich die neue Initiative "Einfach aus Liebe". Im Fokus stehen dabei Frauen: Ihnen will die Initiative ein Gespräch mit ihrem Partner über sexuelle Probleme erleichtern.

Sexualität als Gesprächsthema ist nicht selbstverständlich. Wünsche, Bedürfnisse oder gar Probleme werden auch in gut funktionierenden Partnerschaften oft nicht thematisiert. Umso schwieriger sei es, über eine gestörte Sexualität zu sprechen, sagte die Leiterin der Aachener Sexualwissenschaftlichen Ambulanz, Dr. Ulrike Brandenburg. Das Schweigen führe zu Entfremdung, Mißverständnissen und Kränkung.

Wenn sich der Mann zum Beispiel sexuell zurückziehe, um seine Potenzschwäche zu verschleiern, denke die Frau, daß es bestimmt an ihrem Älterwerden, an ihren fünf Kilo zuviel liege. Überprüft würden diese Vermutungen jedoch nicht. "Dadurch werden die Mißverständnisse nicht korrigiert."

Für eine effiziente Behandlung sei eine offene Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Partnerin der erste Schritt. "Ist der Weg raus aus der Scham erst einmal beschritten, lassen sich meist auch Bewältigungsmöglichkeiten finden", so Brandenburg bei einer Veranstaltung von Pfizer in Hamburg.

Mit der Initiative "Einfach aus Liebe" soll dieser Schritt auch den Frauen leichter fallen. So bietet das Unternehmen Frauen eine "Beziehungskiste" an. Sie enthält Broschüren zum besseren Umgang mit ED, Hintergrundwissen, sowie einen Fragebogen für Männer und Tips für den Einstieg in das Gespräch.

Die "Beziehungskiste" bekommen Frauen bei Gynäkologen, die an der Initiative teilnehmen. Die Broschüren lassen sich auch unter www.einfach-aus-liebe.de herunterladen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »