Ärzte Zeitung, 27.10.2004

DNA-Analyse soll klären, ob Schädel im Mozarteum von Mozart stammt

Gerichtsmediziner will Skelett untersuchen, das der Nichte Mozarts zuzuordnen ist

SALZBURG (dpa). Ein Wiener Wissenschaftler will jetzt anhand einer DNA-Analyse prüfen, ob ein im Salzburger Mozarteum liegender Schädel wirklich der von Wolfgang Amadeus Mozart ist. Dafür haben Experten das Grab der Familie Mozart auf dem Sebastiansfriedhof in Salzburg geöffnet.

Dort will der Gerichtsmediziner Christian Reiter Proben eines Skeletts entnehmen, das möglicherweise von der mit 16 Jahren gestorbenen Nichte Mozarts, Jeanette, stammte. Ein DNA-Vergleich könnte dann endgültig klären, ob der im Mozarteum aufbewahrte Schädel tatsächlich der von Wolfgang Amadeus ist.

W.A. Mozart war 1791 in Wien im Alter von 35 Jahren gestorben und zunächst in einem Armengrab auf dem Friedhof St. Marx beigesetzt worden. Erst Jahre später wurde der Leichnam exhumiert und in ein Einzelgrab verlegt. Bis heute ist aber nicht klar, ob es sich bei dem Skelett wirklich um das des Komponisten handelt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wurden in Salzburg drei nebeneinander liegende Gräber freigelegt. Im mittleren Grab fanden die Archäologen das gut erhaltene Skelett einer jungen Frau. Dabei könnte es sich um Jeanette, die im Alter von 16 Jahren gestorbene Tochter der Schwester Mozarts (Nannerl), handeln, mutmaßen die Wissenschaftler.

Genaueres werde man aber erst nach den DNA-Analysen sagen können, erläuterte Reiter, der sich auf die Analyse von Skeletten historischer Persönlichkeiten spezialisiert und in Salzburg unter anderem Paracelsus untersucht hat. Reiter wurde auch mit der Untersuchung der Gebeine aus dem Grab der Familie Mozart beauftragt.

Wie der Gerichtsmediziner erläuterte, sind die weiblichen Erblinien zur Identifizierung des Mozart-Schädels besonders interessant. Die Mutter Mozarts hat die Erbinformation an Wolfgang Amadeus und seine Schwester Nannerl weitergeben. Deren Erbgut wäre wiederum mit jenem ihrer Tochter vergleichbar - und würde so die "heiße Spur" zu Mozarts Schädel sein, erläuterte der Gerichtsmediziner.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »