Ärzte Zeitung, 10.01.2005

Auch deutsche Ärzte versorgen in Südasien viele Tsunami-Opfer

Großer persönlicher Einsatz / Seuchengefahr ist noch nicht gebannt

NEU-ISENBURG (eb). Sauberes Trinkwasser und medizinische Nothilfe - das sind zwei Wochen nach dem verheerenden Seebeben in Südasien die wichtigsten Aufgaben für die vielen internationalen Helfer im Katastrophengebiet. Dabei packen auch deutsche Ärzte und Techniker kräftig mit an.

Hausarzt Dr. Wolfgang Riske aus Niedersachsen untersucht ein Kind in Sri Lanka.
Fotos: dpa/MsF/DRK/privat
Das Technische Hilfswerk sorgt dafür, daß es sauberes Trinkwasser im Katastrophengebiet gibt.
Die Überlebenden der Flutkatastrophe - hier auf Sri Lanka - sind auf Hilfslieferungen angewiesen.
Helfende Hände: Ein Soldat betreut ein verletztes Mädchen in Banda Aceh auf Sumatra.

So kümmern sich etwa Experten vom Technischen Hilfswerk und vom Deutschen Roten Kreuz um die Herstellung von sauberem Trinkwasser. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Seuchen zu verhindern - was bisher offenbar weitgehend gelungen ist. "Das ist ein Zeichen dafür, daß die Hilfsaktionen gut laufen", sagt Privatdozent Tomas Jelinek, stellvertretender Chef des Instituts für Tropenmedizin in Berlin. Für eine endgültige Seuchen-Entwarnung ist es aber noch zu früh, betont die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Auch Kollegen aus Deutschland beteiligen sich mit großem persönlichen Einsatz in Südasien an den Hilfsaktionen. So leitet der Arzt Dr. Richard Munz aus Marburg den Einsatz des DRK im Norden Sumatras. In der Provinzhauptstadt Banda Aceh sind am Wochenende auch Sanitätssoldaten der Bundeswehr eingetroffen, die ein Lazarett aufbauen werden.

Im Norden Sri Lankas gehörte Hausarzt Dr. Wolfgang Riske aus Niedersachsen zu den ersten Helfern überhaupt, die dort nach der Katastrophe eintrafen. Gemeinsam mit zwei Kollegen war er für 17 000 Menschen in 28 Lagern zuständig. "Diese Katastrophe hat uns selbst sehr gebeutelt, jetzt müssen wir erstmal durchatmen", sagt Riske, der dennoch schon heute wieder in seiner normalen Praxis arbeitet.

Ungebrochen ist unterdessen die Spendenbereitschaft in Deutschland. Nach einer Umfrage des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen gingen bei den 40 größten Hilfsorganisationen bis vergangenen Freitag 330 Millionen Euro ein.

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