Ärzte Zeitung, 14.01.2005

Nordseeküste droht kein Tsunami

Stabile Erdkruste und flache Gewässer bieten, so Experten, ausreichend Schutz

NORDEN (dpa). Bewohnern der deutschen Nordseeküste drohen nach Ansicht von Küstenschutzexperten keine Tsunamis wie in Asien. Die Menschen in Norddeutschland müßten zwar in den Wintermonaten mit heftigen Sturmfluten rechnen, sagte Stephan-Robert Heinrich vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) in Norden. Tsunamis seien wegen der stabilen Erdkruste in dieser Region aber unwahrscheinlich.

Selbst wenn sich beispielsweise nach einem Vulkanausbruch auf Island oder durch Abrutschen ganzer Berghänge in Skandinavien im Atlantik eine Monsterwelle bilden sollte, biete gerade die Nordsee davor den besten Schutz, erklärte Heinrich. Das Meer vor Niedersachsens Küste sei viel zu flach, als daß sich dort ein Tsunami aufbauen könnte. "Dafür braucht es große Wassertiefen." Großen Flutwellen würde bei Grundberührung sehr schnell die Energie und damit auch die Geschwindigkeit genommen. "Der Rest der Wassermassen ist vergleichbar mit einer normalen Sturmflut und im Rahmen des Küstenschutzes gut abzuwehren", ergänzt Olaf Müller, beim NLWKN zuständig für Planung und Bau im Bereich Küstenschutz.

Dank seines zuverlässigen Sturmflut- und Hochwasserwarndienstes, in dessen Rahmen acht Küsten- und 49 Binnenpegel ständig überwacht werden, sei der NLWKN in der Lage, etwa zwölf Stunden vor einer Sturmflut über diese zu informieren.

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