Ärzte Zeitung, 14.01.2005

Nothelfer brauchen umfangreiche Gesundheits-Vorsorge

Erweiterter Impfschutz und Malaria-Prophylaxe nötig / Niemand sollte auf eigene Faust in die Katastrophengebiete fahren

DÜSSELDORF (eis). Nothelfer müssen ihre Einsätze in den Katastrophengebieten Südostasiens medizinisch gut vorbereiten. Tips dazu geben das Auswärtige Amt und das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Viele Kollegen überlegen, ob sie selbst in Südostasien Katastrophenhilfe leisten sollten, sagt Dr. Burkhard Rieke vom CRM. Niemand sollte aber auf eigene Faust in die Katastrophengebiete fahren. Zum Gelingen eines Einsatzes ist der Anschluß an ein Projekt etwa über eine seriöse Hilfsorganisation oder Kirche wichtig. Vor der Abreise sollte sich jeder Helfer tropenmedizinisch beraten lassen.

Weiter rät das CRM allen Helfern zu Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie Typhus und Tollwut (wir berichteten). Wichtig ist auch der Schutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio. Junge Erwachsene (ab Jahrgang 1970) sollten gegen Masern geimpft sein, sagt Rieke. Weiter könnten bei bestimmten Tätigkeiten die Impfungen gegen Cholera und Japanische Encephalitis erwogen werden. Einige Impfungen lassen sich bei kurzfristiger Abreise allerdings nicht mehr komplett vornehmen.

In den Katastrophenregionen von Südindien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien wird eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe im Normalfall nicht empfohlen, sondern nur die Mitnahme einer Stand-by-Medikation. Wichtig - auch zum Schutz gegen andere Infektionen - ist jedoch der Mückenschutz mit repellents, angemessener Kleidung und Moskitonetz.

Für Nothelfer, die in Zelten oft ohne Moskitonetz schlafen, rät das CRM zusätzlich zur Chemoprophylaxe, wenn die Bedingungen am Ziel nicht genau bekannt sind. Geraten wird zur Kombination Atovaquon plus Proguanil (Malarone® - täglich eine Tablette, ein Tag vor Ausreise bis sieben Tage danach) oder Doxycyclin (täglich 100g, einTag vor Ausreise bis vier Wochen danach). Günstig bei Doxycyclin ist, daß es zusätzlich gegen Bakterien schützt wie die Erreger von Leptospirose, Cholera oder anderen Durchfallerkrankungen.

Ein Merkblatt für die medizinische Vorbereitung von Helfern gibt es unter www.crm.de (Flutkatastrophe Asien)

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