Ärzte Zeitung, 27.01.2005

Bett-Frust verleitet zum Seitensprung

Göttinger Psychologen wollen mit Internet-Therapie Paarbeziehungen retten

GÖTTINGEN (pid). Frust im Bett ist die häufigste Ursache für einen Seitensprung. Das hat jetzt eine Studie am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen ergeben.

Der Göttinger Psychologe Dr. Ragnar Beer wertete für seine Untersuchung Aussagen von 219 Frauen und Männern aus, die ihrem Partner irgendwann untreu geworden sind. 76 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen hätten angegeben, daß Defizite im Sexualleben der Hauptgrund für den Seitensprung gewesen seien, sagte Beer.

Die Untersuchung ist Teil des Projekts "Theratalk", einer von den Göttinger Psychologen entwickelten Internet-Paartherapie. Teilnehmer können sich dabei per Chat von einem Therapeuten bei ihren Partnerschaftsproblemen beraten lassen (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Die Psychologen bieten außerdem als "Mini-Therapie" einen Online-Partnerschaftstest an, der Auskunft über die sexuelle Zufriedenheit oder Unzufriedenheit der Partner geben und bislang unerfüllte sexuelle Wünsche herausfinden soll. Viele dieser Wünsche, so die Auffassung der Psychologen, seien leicht zu erfüllen.

Nach Erfahrung der Göttinger Psychologen fällt es vielen Paaren schwer, miteinander über sexuelle Wünsche zu sprechen. Der Test solle genau dabei helfen und auf diese Weise auch Seitensprünge vermeiden helfen.

Nach Ansicht von Beer und seinen Kollegen zählt ein Seitensprung zu den "schlimmsten Erfahrungen, die eine Partnerschaft treffen können." Eine Verbesserung des Sexuallebens könne dazu beitragen, eine solche Belastung für eine Beziehung zu verhindern.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.theratalk.de

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