Ärzte Zeitung, 28.06.2005

BUCHTIP

Was heißt Herz auf türkisch?

In Deutschland leben fast 2,6 Millionen Menschen türkischer Abstammung. Viele haben nur wenige oder gar keine Deutschkenntnisse. Bei Arztbesuchen oder einer Einweisung ins Krankenhaus kann das zu erheblichen Problemen führen, vor allem, wenn kein geeigneter Übersetzer anwesend ist.

Hinzu kommt der kulturell unterschiedliche Umgang mit Krankheiten: "Türkische Patienten erwarten häufig eine Diagnose ohne ihre Beteiligung und sind durch das Verhalten der deutschen Ärzte verunsichert, die eine Schilderung ihrer Beschwerden oder Symptome erwarten", heißt es in einer Mitteilung des Wissenschaftsverlags Springer.

Dort ist jetzt nämlich ein "Medizinisches Wörterbuch Deutsch-Türkisch / Türkisch-Deutsch" erschienen. Der Autor Hüseyin Kavala ist Krankenpfleger mit langjähriger Erfahrung in Intensivmedizin, Dialyse und auch Diabetesberatung.

Mehr als 4500 Fachbegriffe enthält das Buch - von solchen wie "hipertoni" und "tiroidektomi", die sich gar nicht so sehr von den hierzulande verwendeten Begriffen - Hypertonie und Thyreoidektomie - unterscheiden, bis zu solchen wie "mide mukozasi iltihabi" (Magenschleimhautentzündung), "zatürree" (Lungenentzündung) oder gar "burun yan boslugu iltihabi" (Nasennebenhöhlenentzündung), bei denen die Bedeutung nicht so offensichtlich ist. Dazu gibt es bei einigen eine kurze Erläuterung, zum Beispiel, was eine "sintigrafi" (Szintigrafie) ist.

Hinweise zur Aussprache befinden sich im Anhang. (bib)

Hüseyin Kavala: Medizinisches Wörterbuch Deutsch-Türkisch/Türkisch-Deutsch. Springer Verlag 2005. 213 Seiten, 14,95EUR. ISBN 3-540-22876.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »