Ärzte Zeitung, 22.11.2005

"Geschichte verpflichtet" - die Anatomie in Halle wird 125 Jahre alt

Der historische Hörsaal des Anatomischen Instituts ähnelt nicht von ungefähr einem antiken Amphitheater. Fotos: Medizinische Fakultät der Uni Halle

Berühmt ist das Institut unter anderem durch die Meckelschen Sammlungen

Ein Mitarbeiter des Hallenser Instituts zeigt ein Fehlbildungspräparat der Meckelschen Sammlung.
Ein weiteres Präparat jener Sammlung, die Johann Friedrich Meckel aufgebaut hat.

HALLE (ddp.vwd). Das Anatomische Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird 125 Jahre alt. Es wurde am 22. November 1880 feierlich eröffnet. Die Lehr- und Forschungsstätte der Medizinischen Fakultät erinnert heute mit einer Festveranstaltung an den Beginn und die Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten. Unter dem Motto "Geschichte verpflichtet" stellen Professoren des Hauses ihre Forschungsergebnisse vor.

Als erster Hausherr hatte Hermann Welcker (1822 bis 1897) am 22. November 1880 mit einem Vortrag über Wirbelsäule und Becken das Institut eingeweiht.

Das Institutsgebäude wurde zwischen 1878 und 1880 als Anatomische Anstalt unter Leitung des Universitätsarchitekten Ludwig von Tiedemann errichtet.

Die Baukosten beliefen sich laut Angaben damals auf 380 000 Mark und wurden aus französischen Reparationszahlungen, die aus dem Krieg 1871 resultierten, bezahlt - wie der gesamte Komplex auf der etwa acht Hektar großen Marienbreite.

Um 1880 entstand dort ein modernes Universitätsklinikum mit Gebäuden für Lehre, Forschung und Krankenversorgung. Berühmt ist das Institut auch durch die Meckelschen Sammlungen, die älter sind als das Gebäude.

Nur wenige Universitätsstädte in Europa könnten auf eine derartige Sammlung verweisen, teilte die Fakultät mit.

Die Sammlung baut sich aus etwa 3500 Präparaten zur menschlichen Anatomie auf. Jährlich lassen sich etwa 2000 Besucher durch die Sammlungen führen.

Ein besonderes Kleinod des Institutes ist der wie ein Amphitheater angeordnete historische Hörsaal.

Weitere Informationen im Internet unter www.medizin.uni-halle.de

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