Ärzte Zeitung, 05.05.2006

Bundesregierung warnt erneut vor Reisen in den Irak

Gefahr von Entführungen ist noch größer geworden

BERLIN (ddp.vwd). Nach der Freilassung der beiden deutschen Irak-Geiseln hat der Staatsminister im Auswärtigen Amt Gernot Erler dringend vor Reisen in den Irak gewarnt. "Wir hoffen, daß unsere Warnungen endlich ernst genommen werden", sagte Erler gestern der "Berliner Zeitung".

Alle Ausländer im Irak seien äußerst gefährdet. "Kein Deutscher sollte in den Irak reisen - das ist die klare Empfehlung des Auswärtigen Amtes", betonte der SPD-Politiker. Er hoffe auch, daß deutsche Firmen, die Geschäftsbeziehungen zum Irak unterhalten, künftig keine deutschen Mitarbeiter mehr in das Land schickten. Stattdessen sollten diese Firmen im Irak mit Ortskräften arbeiten.

Erler betonte, im Irak gebe es eine florierende Entführungsindustrie. Es sei davon auszugehen, daß jeder Entführungsfall, der große öffentliche Aufmerksamkeit erhalte, Nachfolgetaten anrege.

Auch Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) warnte vor Nachahmungstaten. Man wisse, daß sofort andere Menschen als potentielle Entführungsopfer in Frage kämen, wenn das Thema Lösegeld einmal in der Welt sei. Dabei sei es gleich, ob tatsächlich gezahlt worden ist oder nicht.

"Die Lage für potentielle Geiseln ist jetzt noch schlechter geworden", sagte ein Sicherheitsexperte dem "Kölner Stadt-Anzeiger". In den Sicherheitsbehörden und bei der Dienstaufsicht im Bundeskanzleramt sähen das alle sehr kritisch.

Topics
Schlagworte
Panorama (30361)
Personen
Wolfgang Bosbach (68)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »