Ärzte Zeitung, 16.05.2006

Psychisch kranke US-Soldaten im Irak im Einsatz

Hohe Suizidrate in Armee

WASHINGTON (dpa). Psychisch kranke und labile US-Soldaten werden einem Zeitungsbericht zufolge im Irak eingesetzt, obwohl sie zum Teil starke Antidepressiva einnehmen.

Wie die Zeitung "Hartford Courant" (US-Bundesstaat Connecticut) berichtete, hat die Untersuchung der Daten von über einer Million US-Soldaten ergeben, daß derzeit nur einer von 300 US-Soldaten vor dem Irak-Einsatz auf psychische Stabilität untersucht werde. Ein 1997 vom US-Kongreß verabschiedetes Gesetz fordere allerdings eine Überprüfung der psychischen Stabilität jedes Soldaten vor einem Kriegseinsatz.

Die US-Soldaten mit psychischen Problemen erhalten dem Bericht zufolge kaum ärztliche Hilfe im Irak. In einigen Fällen seien Soldaten, die nach einem Irak-Einsatz traumatisiert zurück gekommen seien, wieder in den Krieg geschickt worden. US-Soldaten seien auch in Kampfzonen geblieben, selbst wenn Vorgesetzte über die gesundheitlichen Probleme informiert gewesen seien.

Die Zeitung hatte neben den Pentagon-Daten auch die Militär- Untersuchungsberichte über Suizide ausgewertet. Zudem seien mehr als 100 Gesundheitsexperten, Militärs, Familienangehörige und Freunde von Betroffenen interviewt worden. Allein 2005 haben sich dem Bericht zufolge im Irak 22 US-Soldaten selbst getötet.

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