Ärzte Zeitung, 20.06.2006

WM-Besucher in der Praxis - bei EU-Bürgern läuft’s wie in der GKV

Fans aus Asien oder Südamerika bekommen eine Rechnung nach GOÄ

KÖLN (akr). Wenn Fußball-Fans aus aller Welt, die zur WM in Deutschland sind, krank werden, suchen sie die nächste Praxis auf. Viele Fans können dann bei niedergelassenen Ärzten die gleichen Leistungen in Anspruch nehmen wie in Deutschland gesetzlich versicherte Patienten.

Spanische Fans feuern ihr Team an. Kommen Fußballfans aus EU-Staaten in die Praxis, müssen sie die Praxisgebühr zahlen. Foto: dpa

Das gilt für alle Fans aus EU-Staaten und Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Auch wenn die Kranken keinen Anspruchsnachweis wie die Europäische Krankenversicherungskarte dabei haben, können Ärzte die erbrachten Leistungen mit der KV abrechnen.

Fans aus Frankreich, Italien, Großbritannien, Kroatien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Serbien-Montenegro, Spanien, Schweden, der Schweiz und Tunesien wählen in der Praxis mit Unterstützung des Arztes eine deutsche Krankenkasse.

"Sie müssen allerdings auch die Praxisgebühr bezahlen", sagt Frank Naundorf, Sprecher der KV Nordrhein. Besucher aus den übrigen Teilnehmerstaaten der WM müssen die Praxisgebühr nicht zahlen. Die Leistungen für sie liquidieren Ärzte privat nach der GOÄ.

Die Vergütung der Leistungen für Fans, die eine deutsche Krankenkasse gewählt haben, erfolgt außerhalb des Budgets und zum festen Punktwert. Ärzte müssen einige Besonderheiten beachten. So müssen die Patienten Formulare ausfüllen, mit denen der Behandlungsanspruch dokumentiert wird.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Brasilianer, Angolaner, Polen - WM-Besucher aus dem Ausland sorgen für Extra-Honorar in Arzt-Praxen

Lesen Sie dazu auch:
Leicht, atmungsaktiv, lang - die Hosen der Fußballer
Ein Schwede ist der erotischste Mann der WM
Saudi-Arabiens Spieler akzeptieren mögliche Ehrung
Fußball-Fans vergessen oft, genügend zu trinken
Wußten Sie schon ...

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »