Ärzte Zeitung, 04.07.2006

25 Verletzte nach Amokfahrt auf Berliner Fanmeile

Drei Kinder unter den Opfern / Elfjähriger Junge erlitt mehrere Rippenbrüche / Amokfahrer vor Haftrichter

Bei der mutmaßlichen Amokfahrt eines 33 Jahre alten Autofahrers auf der Berliner WM-Fanmeile am Sonntag sind 25 Menschen verletzt worden. Dies berichtete gestern die Polizei. Bisher war von 21 Verletzten die Rede gewesen.

Nach den Angaben von gestern handelt es sich bei den Verletzten um 14 Männer, acht Frauen sowie drei Kinder im Alter von einem, acht und elf Jahren. Einziger Schwerverletzter ist mit mehreren Rippenbrüchen ein elfjähriger Junge.

Unter den Verletzten befindet sich auch ein Polizeibeamter. Zu den Hintergründen der Unglücksfahrt machten die Behörden bisher keine Angaben. Noch ist unklar, ober der Autofahrer mit Absicht auf die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor gerast war. Der 33jährige sowie seine 55 Jahre alte Beifahrerin blieben unverletzt und wurden mit vorgehaltener Waffe festgenommen.

Der Mann war mit seinem Kleinwagen mit Berliner Kennzeichen gegen 15.30 Uhr Richtung Brandenburger Tor gefahren. "Offensichtlich mit Absicht" durchbrach er das erste Absperrgitter zur Fanmeile, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) in einer ersten Einschätzung.

Bei der Durchsuchung des Wagens wurde kein Sprengstoff entdeckt, so daß ein Attentatsversuch ausgeschlossen wurde. Das Sicherheitskonzept an der Fanmeile soll nicht geändert werden.

Der Amokfahrer sollte gestern einem Haftrichter vorgeführt werden. Die unbeteiligte Beifahrerin, bei der es sich möglicherweise um die Mutter des Mannes handelt, sei dagegen wieder auf freiem Fuß, sagte ein Polizeisprecher. Ein Augenzeuge berichtete: "Ich würde sagen, der war mit 40 bis 50 Stundenkilometern unterwegs."

"Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Berliner Senatssprecher Michael Donnermeyer in einer ersten Reaktion am Unfallort. Die Fanmeile war wie auch in anderen Großstädten am spielfreien Sonntag nur mäßig besucht. (dpa)

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