Ärzte Zeitung, 28.09.2006

Erste Plätze für Portraits einer Kindermumie und einer Schabe

Wissenschaftsjournal "Science" vergibt diesjährige Fotopreise / US-Radiologen durchleuchteten einen ägyptischen Sarkophag

Die Portraits einer ägyptischen Kindermumie und einer kubanischen Bananen-Schabe haben den Fotopreis des renommierten Wissenschaftsjournals "Science" gewonnen.

Den ersten Platz bei dem Wettbewerb belegten Radiologen um Robert Cheng von der Universität Stanford in Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien).

Die CT-Aufnahme einer ägyptischen Kindermumie wurde mit dem ersten Preis des "Science"-Fotowettbewerbs geehrt. Fotos: dpa Der Kopf einer Bananen-Schabe, durchs Mikroskop fotografiert, erhielt den zweiten Preis des "Science"-Wettbewerbs.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler durchleuchteten den Kopf einer ägyptischen Kindermumie mitsamt des umgebenen Sarkophags im Computertomographen und fertigten insgesamt 60 000 Schnittbilder. Daraus ließ sich dann die dreidimensionale Siegerabbildung errechnen. Das Detailbild des Kopfes zeige keine Anzeichen für einen gewaltsamen Tod des Kindes, berichten die Forscher in dem Journal. Wahrscheinlich sei das Kind unerwartet gestorben.

Der zweite Preis wurde David Yager von der Universität Maryland in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) zugesprochen. Der Wissenschaftler hatte den Kopf einer zwei Zentimeter kleinen kubanischen Bananen-Schabe durch ein Mikroskop fotografiert. Dabei verlagerte Yager die knappe Schärfe-Ebene immer um ein kleines Stück und schuf aus mehreren so entstandenen Aufnahmen am Computer schließlich ein von vorne bis hinten scharfes Portrait der Schabe.

Der "Science and Engineering Visualization Challenge"-Preis ist in diesem Jahr zum vierten Mal und in verschiedenen weiteren Kategorien vergeben worden. Mit der Auszeichnung werden außerordentliche Leistungen im Umgang mit visuellen Medien gewürdigt, die das Verstehen von Forschung und Wissenschaft vorantreiben. Die Preise werden von dem Magazin gemeinsam mit der US-amerikanischen Wissenschaftsstiftung (National Science Foundation) vergeben. (dpa)

Weitere Bilder im Internet unter www.sciencemag.org/sciext/vis2006

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