Ärzte Zeitung, 16.10.2006

BUCHTIP

Schlau zur Leichenschau

Etwa 1200 Morde werden pro Jahr in Deutschland übersehen. Insgesamt gibt es jedes Jahr etwa 850 000 Todesfälle und jede Leiche muß von einem Arzt untersucht werden. Kollegen, die eine Leichenschau fehlerhaft oder ohne die nötige Sorgfalt machen, können sich strafrechtliche Konsequenzen einhandeln.

Professor Burkhard Madea, Direktor des rechtsmedizinischen Instituts der Bonner Universitätsklinik, hat nun eine neue Auflage des Buches "Die ärztliche Leichenschau" herausgegeben. Darin werden Kollegen umfassend über die praktische Umsetzung einer Leichenschau informiert: Sichere und unsichere Todeszeichen sowie die Methoden der Todeszeitbestimmung sind umfassend beschrieben.

Zusätzlich werden Fallbeispiele behandelt, etwa der Tod in Polizeigewahrsam, in der Badewanne, am Steuer oder durch Gifteinwirkung. Bildtafeln und Grafiken veranschaulichen die Thematik.

Zudem erhalten Kollegen Hinweise, was bei Verdacht auf nicht natürlichen oder iatrogenen Tod zu tun ist. Weiterhin werden Tips zu Zuständigkeiten, Melde- und Schweigepflicht und zur Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz gegeben.

In dem Lehrbuch ist die aktuelle Gesetzeslage für alle deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) berücksichtigt. Kollegen, die mehr über die neuesten Leichenschau- und Bestattungsgesetzte und deren Auswirkungen für den Praxisalltag wissen wollen, werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. (cin)

Burkhard Madea: Die ärztliche Leichenschau. Springer-Verlag, 2. Auflage 2006. 395 Seiten, gebunden, 49,95 Euro, ISBN: 3-540-29160-1

Topics
Schlagworte
Panorama (30145)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »