Ärzte Zeitung, 23.10.2006

Ein PC-Spiel schult Studenten für den Notfall

Junge Kollegen nutzen ein interaktives Simulationsprogramm für die Ausbildung in Notfallmedizin

HALLE/SAALE (skh). In Notfallsituationen, wenn etwa Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt plötzlich bewußtlos werden, können Notärzte oftmals auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Angehende Ärzte haben diese Erfahrung noch nicht. Studenten der Universität Halle-Wittenberg steht nun ein interaktives PC-Spiel zum Trainieren von Notfallsituationen zur Verfügung.

Notfalltraining als Computerspiel - Medizinstudenten aus Halle lernen sehr effektiv mit dem Simulationsprogramm für den PC. Foto: Universität Halle

Mit dem Simulationsprogramm können die Medizinstudenten das Vorgehen bei häufig vorkommenden notfallmedizinischen Situationen, etwa bei Patienten mit Luftnot, Brustschmerz, Herzstillstand oder Polytrauma üben. Die von dem Unternehmen Laerdal entwickelte Lernsoftware "MicroSim" enthält insgesamt 15 Simulationen von Krankengeschichten aus der Notfallmedizin.

Dabei sollen die virtuellen Patienten nicht "nur überleben", sondern vom ersten Kontakt bis zum Erreichen eines stabilen Zustands sachgerecht behandelt werden. Rückmeldung und Kritik über die Behandlungsschritte gibt das Programm den Studenten direkt im Anschluß an ihren "Einsatz" mit einer detaillierten Auswertung.

Die bisherigen Testläufe hätten gezeigt, daß die Ausbildung mit dem Simulationsprogramm einen hohen Lerneffekt habe, sagt Dr. Oliver Meyer, Anästhesist an der Uniklinik Halle-Wittenberg. Durch das Training würden die jungen Kollegen lernen, in Notfallsituationen schnell und richtig zu handeln. Das sei nötig, denn eine zweite Chance gebe es bei realen Notfällen meist nicht. "Die Teilnahme an dem Simulationsprogramm ist deshalb Pflicht, um den Kurs Notfallmedizin erfolgreich abzuschließen", so Meyer.

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