Ärzte Zeitung, 12.01.2007

Viele Deutsche für Verbot von Killerspielen

ALLENSBACH (dpa). Nach Amokläufen an Schulen befürworten fast zwei Drittel der Deutschen einer Meinungsumfrage zufolge ein Verbot so genannter Killerspiele. 60 Prozent vertreten diese Ansicht, wie aus einer repräsentativen Untersuchung des Instituts für Demoskopie in Allensbach hervorgeht. 34 Prozent halten dagegen ein Verbot für unsinnig und wirkungslos, weil sich die Spiele ohne weiteres im Internet herunterladen lassen.

Während sich Experten uneinig sind, welchen Einfluss brutale Darstellungen in den Medien auf das Verhalten von Jugendlichen haben, halten viele Bürger vereinzelte Gewalttaten für symptomatisch. Mit 48 Prozent glaubt fast jeder zweite Deutsche, unter jungen Leuten sei die Gewaltbereitschaft weit verbreitet. 44 Prozent meinen dagegen, es handele sich wie beim Amoklauf an einer Realschule im westfälischen Emsdetten um einen gestörten Einzeltäter.

Zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten plädierten dafür, Gewaltdarstellungen im Fernsehen, auf Video und in Computerspielen zu verbieten. 22 Prozent lehnen ein Verbot ab. 47 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in Westdeutschland halten nichts von einem Verbot. Im Osten sind es 23 Prozent.

Befragt wurden 2077 Bundesbürger ab 16 Jahren in der Zeit vom 1. bis zum 12. Dezember 2006.

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