Ärzte Zeitung, 15.01.2007

Schmale Taille ist ein universelles Schönheitsideal

US-Studie wertet schöngeistige Literatur aus mehreren Jahrhunderten aus / Taille gilt als Zeichen guter Gesundheit

LONDON (dpa). Eine schmale Taille zeugt bei Frauen von guter Gesundheit und ist daher als universelles Schönheitsideal bereits in Jahrhunderte alten Gedichten und Romanen zu finden.

Schauspielerin Halle Berry, hier in einem Bond-Film, zählt nicht zuletzt wegen ihrer schmalen Taille zu den schönsten Frauen der Welt. Foto: dpa

Zu diesem Schluss kommen Forscher um Devendra Singh von der Universität von Texas in Austin (USA) nach einer umfassenden Recherche in der britischen, amerikanischen, chinesischen und indischen Literatur aus mehreren Epochen. Über ihre Resultate berichten die Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Eine schmale Taille gilt als verlässliches Zeichen guter Gesundheit, erläutert das Team. Frauen mit viel Fett um die Taille haben weniger Östrogen, sind weniger fruchtbar und tragen ein erhöhtes Risiko für viele Krankheiten, heißt es in dem Journal. Dieser Zusammenhang sollte sich daher in vielen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten wiederfinden - etwa in der Literatur.

Die Gruppe um Singh durchsuchte zunächst eine Literaturdatenbank mit britischen und amerikanischen Werken aus Prosa, Poesie und Theater aus den Jahren von 1500 bis 1799. Darin enthalten sind rund 345 000 Texte. Es fanden sich unter anderem "66 romantische Beschreibungen der Taille" aus drei Jahrhunderten, und in allen diesen Fällen sei sie als schmal bezeichnet worden. In keiner Literaturstelle sei hingegen eine dicke Taille als attraktiv beschrieben worden.

Mit der Hilfe zweier Professoren für asiatische Literatur weiteten die Wissenschaftler ihre Recherchen auf die indischen National-Epen "Mahabharata" und "Ramayana" aus dem ersten bis dritten Jahrhundert sowie auf chinesische Palastdichtungen des vierten bis sechsten Jahrhunderts aus. Dort zeigte sich ein ähnliches Bild: Überall war die schlanke Taille ein Schönheitsideal.

Über die Zeiten trug die Mode immer wieder dazu bei, das Verhältnis von Taillen- zu Hüftweite künstlich zu verändern - etwa mit taillierten Schnitten oder Korsetts. Viele große Hollywood-Stars, etwa Grace Kelly, hatten unter anderem deswegen ihre großen Auftritte mit Wespentaille und voluminösen Röcken.

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