Ärzte Zeitung, 01.02.2007

Millionen Kinder in Darfur bedroht

Lage in der sudanesischen Region spitzt sich zu / Hilfsorganisationen verlieren Zugang

NEU-ISENBURG (Smi). In der sudanesischen Krisenregion Darfur ist die Versorgung von vier Millionen Menschen, die Hälfte von ihnen Kinder, akut gefährdet. Darauf weist das UN-Kinderhilfswerk in seinem Bericht "Zur Lage der Kinder in Krisengebieten 2007" hin.

Die Hilfsorganisationen hätten heute einen schlechteren Zugang zu den Millionen von Flüchtlingen als auf dem ersten Höhepunkt der Vertreibungen im Jahr 2004, heißt es in dem Unicef-Report. Ursache seien die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Region, die Überfälle, Entführungen sowie die völlig rechtlose Situation. Die Krise weite sich zunehmend auch auf Sudans Nachbarländer Tschad und die Zentralafrikanische Republik aus.

Auch nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes spitzt sich die Lage für die Zivilbevölkerung im Westen Sudans zu. In den vergangenen Monaten sei es mehrfach zu Überfällen auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und deren Einrichtungen gekommen, so das DRK. Einige Organisationen hätten daraufhin ihre Aktivitäten unterbrochen oder ganz eingestellt. "Wir befürchten, dass es zu großen medizinischen Versorgungslücken kommen wird", sagte Andreas Lindner, Leiter der Sudan-Hilfe des DRK.

Bei einem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im direkten Gespräch mit dem sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir keine Zusage erhalten, wann die geplante UN-Friedensmission für Darfur endlich zum Einsatz kommen kann. Hintergrund könnte die Befürchtung sein, dass UN-Blauhelme im Zuge einer Friedensmission auch mutmaßliche Kriegsverbrecher festnehmen könnten. Das war auch während der UN-Mission im Kongo geschehen.

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