Ärzte Zeitung, 02.04.2007

Suchtprobleme bringen Maradona wieder ins Krankenhaus

Ärzte diagnostizieren bei dem ehemaligen argentinischen Fußballstar eine chronische Hepatopathie / Vergiftung aufgrund von Exzessen

BUENOS AIRES (dpa). Früher war er kokainsüchtig, jetzt leidet er unter Alkoholproblemen und einer geschädigten Leber: Der ehemalige argentinische Fußballstar Diego Armando Maradona wird nach einem Schwächeanfall derzeit in einer Klinik behandelt.

Bei dem 46-Jährigen, der stationär in einem Krankenhaus in Buenos Aires aufgenommen worden ist, sei eine chronische Hepatopathie festgestellt worden, sagten die behandelnden Ärzte. Von einer Leber-Zirrhose könne aber noch nicht die Rede sein, betonte der Sprecher der Klinik, Victor Pezzella, bei einer Pressekonferenz in Buenos Aires. Maradona sei kein gewohnheitsmäßiger Alkoholiker, leide aber an einer Vergiftung aufgrund von Exzessen.

Für die "Entgiftung" würden normalerweise sieben bis 15 Tage veranschlagt. Ob Maradona so lange in der Klinik bleiben werde, ließen die Ärzte jedoch offen.

Übergewicht und zu viele Kuba-Zigarren

Maradonas Leibarzt Alfredo Cahe hatte zuvor kritisiert, der Weltmeister von 1986 rauche zu viele Kuba-Zigarren, sei wieder leicht übergewichtig und habe Depressionen. Auch Psychiater wurden zu seiner Behandlung hinzugezogen. Eine Einweisung des Patienten, der unter Beruhigungsmitteln stehend gegen seinen Wunsch ins Krankenhaus gebracht worden war, in eine psychiatrische Anstalt sei jedoch nicht notwendig.

"Maradonas Leben ist nicht in Gefahr, aber er bleibt erstmal im Krankenhaus", sagte Cahe. "Wir haben ihn hergebracht, um Schlimmeres zu vermeiden." Der Schwächeanfall habe nichts mit dem Konsum harter "gefährlicher Drogen" zu tun, hatte die Leitung der Klinik "Güemes" in Bezug auf Maradonas frühere Kokain-Eskapaden betont. Cahe sagte, Maradona nehme "absolut kein" Kokain mehr. Er sei jedoch suchtgefährdet, und Tabak und Alkohol seien ebenfalls ein Problem.

"Wo immer er auftaucht, er wird nie in Ruhe gelassen"

Cahe betonte, der Rückfall Maradonas sei vor allem eine Folge seiner weltweiten Berühmtheit. "Der Druck ist enorm. Wo immer Maradona auch auftaucht, nie wird er in Ruhe gelassen. Er konnte nie allein spielen oder einen Kaffee trinken. Nie kann er irgendwo in Ruhe in einem Restaurant essen", sagte der Arzt.

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