Ärzte Zeitung, 10.01.2008

Begnadeter Arzt, zynischer Misanthrop

TV-Kultserie "Dr. House" gehört bei Golden Globes zu den Favoriten / Wettbewerb in diesem Jahr ohne Gala

FRANKFURT/MAIN (Smi). Die für kommenden Sonntag geplante Golden Globe Gala in Hollywood ist zwar wegen des Streiks der Drehbuchautoren abgeblasen. Gewinner der Auszeichnungen für herausragende Film- und TV-Produktionen gibt‘s aber dennoch - sie werden in diesem Jahr bei einer Pressekonferenz verkündet. Ein überaus fieser, aber ebenso genialer TV-Arzt gehört zu den Favoriten: Hugh Laurie alias "Dr. House"!

 Begnadeter Arzt, zynischer Misanthrop

Hat auch in Deutschland eine große Fangemeinde: Dr. Gregory House, dargestellt vom britischen Schauspieler Hugh Laurie.

Foto: RTL

Die Kultserie ist in der Kategorie 15 "Beste TV-Serie Drama" unter anderen neben der Krankenhausserie "Grey‘s Anatomie" nominiert; und Hugh Laurie hat erneut gute Chancen, sich in der Kategorie 17 "Beste Darstellung eines Schauspielers in einer TV-Serie Drama" gegen seine vier Mitbewerber durchzusetzen. Es wäre ein weiterer Triumph in der langen Liste medialer Auszeichnungen, die dem beliebtesten Fernseharzt der Welt zuteil würde.

Dr. Gregory House, dargestellt von dem britischen Schauspieler und Komiker Hugh Laurie, ist das absolute Gegenteil jenes Idealtyps Arzt, mit dem Generationen von Fernsehzuschauern aufgewachsen sind. House gibt den zynischen Misanthrop, der seine Mitarbeiter schikaniert, seine Patienten demütigt und seine Schmerzen an sich und der Welt nur mit Hilfe von Opiaten zu betäuben vermag. Gleichzeitig jedoch ist der gehbehinderte Kauz ein begnadeter Diagnostiker, der auch die härtesten Nüsse knackt und nicht zufällig Ähnlichkeiten mit dem genialen (und opiatabhängigen) Roman-Detektiv Sherlock Holmes hat.

Die Plots der einzelnen Folgen basieren meist auf tatsächlichen Fällen. Selten liegt House, seines Zeichens Nephrologe und Spezialist für Infektionskrankheiten, auf Anhieb richtig. Doch gemeinsam mit seinem Team - Dr. Eric Foreman (Omar Epps), Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison) und Dr. Robert Chase (Jesse Spencer) - nähert er sich mit Gespür und Beharrlichkeit der tatsächlichen Ursache jener Symptome, die das Leben seiner Patienten bedrohen. Von Folge zu Folge schlägt er sich dabei nicht nur mit seiner Vorgesetzten Dr. Lisa Cuddy (Lisa Edelstein) und seinem einzigen Freund Dr. James Wilson (Robert Sean Leonard) herum. Auch fiese Polizisten oder Aufsichtsratsvorsitzende versuchen dem Ekel eins auszuwischen, und in der aktuellen Staffel macht ihm auch noch seine Ex das Leben schwer. Auf diese Weise geht es am fiktiven Princeton-Plainsboro Teaching Hospital ständig hoch her, was House ärgert und sein Publikum erfreut.

"Dr. House" genießt in den USA mit 27 Millionen Zuschauern pro Folge Kultstatus. Auch dem deutschen TV-Sender RTL beschert "Doktor Widerling" jeden Dienstagabend höchste Einschaltquoten. Da nimmt es nicht Wunder, dass die zweite Staffel um "Dr. House" wochenlang zu den bestverkauften DVD in Deutschland zählte. In den USA haben die Serie und ihr Hauptdarsteller bereits etliche Preise eingeheimst.

Dritte Staffel läuft bei RTL

Derzeit wird im TV-Sender RTL die dritte Staffel von "Dr. House" ausgestrahlt, und zwar dienstags um 21.15 Uhr. Zur Serie sind etliche Bücher erschienen, einige auch auf deutsch. Medizinische Bewertungen jedes einzelnen Falles von House bietet der US-Allgemeinarzt Dr. Scott im Internet unter http://www.politedissent.com/house_pd.html

Topics
Schlagworte
Panorama (30362)
Organisationen
RTL (111)
Krankheiten
Schmerzen (4281)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »