Ärzte Zeitung, 29.02.2008

Contergan-Opfer erfreut über Trendwende

Politiker stocken Hilfsfonds auf / Etat wird um 15 Millionen Euro erhöht

AACHEN/KÖLN (dpa). Contergan-Opfer haben die Aufstockung der Hilfsgelder rund 50 Jahre nach dem Medizinskandal einen "wichtigen ersten Schritt" genannt.

"Wir begrüßen, dass die Politik erkannt hat, dass die in den 70er Jahren vereinbarten Entschädigungen den eingetretenen Folgeschäden nicht gerecht werden und dass deutlich nachgelegt werden muss", sagte der Vize-Vorsitzende des Bundesverbands der Contergangeschädigten, Michael Ashcroft, am Donnerstag in Köln.

Renten werden verdoppelt.

Wie bereits berichtet, hatten sich Union und SPD geeinigt, die Renten zu verdoppeln und den Etat dafür um 15 Millionen Euro zu erhöhen. Auch der Pharmahersteller Grünenthal plant zusätzliche Zahlungen.

Erst Anfang des Jahres hatten Contergan-Betroffene aus fünf Ländern in Wesseling bei Köln eine internationale Allianz gegründet. Die deutschen Verbände in der Allianz, der Interessenverband Contergangeschädigter in NRW sowie der Bund Contergangeschädigter und Grünenthal-Opfer (BCG), wollen damit ihre Forderungen nach einer gerechten Entschädigung durchsetzen. Sie fordern eine Aufstockung der Rente auf monatlich 2100 Euro und der Schadenersatzzahlungen auf eine Million Euro pro Betroffenem.

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