Ärzte Zeitung online, 09.04.2008

Verdoppelung der Conterganrenten diese Woche im Bundestag beraten

BERLIN (dpa). Die zum 1. Juli beabsichtigte Verdoppelung der Renten für rund 2700 deutsche Contergan-Opfer wird an diesem Donnerstag im Bundestag in erster Lesung beraten. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD hatten Ende Februar beschlossen, die Renten auf bis zu 1090 Euro monatlich anzuheben.

Der Gesetzentwurf wurde am Dienstag in den Koalitionsfraktionen beraten, berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch.

Für die Verdoppelung der Renten hatten die Koalitionsfraktionen im Februar eine Aufstockung der Hilfsgelder um 15 Millionen Euro beschlossen. Rund 50 Jahre nach dem Arzneiskandal hatten die Opfer diese Erhöhung teilweise begrüßt. Der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG) sprach von einer Verbesserung, die aber "gemessen am angerichteten Schaden ein Tropfen auf den heißen Stein" sei. Pharmahersteller Grünenthal stellte ebenfalls weitere Zahlungen in Aussicht.

Grünenthal hatte das Schlafmittel Contergan 1957 auf den Markt gebracht. Durch das Mittel kamen weltweit 10 000 Kinder fehlgebildet zur Welt. Die meisten Opfer gab es in Deutschland mit geschätzten 5000 Betroffenen, von denen viele bereits gestorben sind. Grünenthal hatte sich seinerzeit verpflichtet, 110 Millionen D-Mark (rund 56 Millionen Euro) in eine Stiftung einzuzahlen, die 1971 gegründet worden war und in die auch der Bund 100 Millionen Mark zahlte. Aus dem Fonds erhalten die Geschädigten Rente, abhängig vom Grad ihrer Behinderung.

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