Ärzte Zeitung, 20.06.2008

Rosige Zukunft für den russischen Fußball ?

Viel Optimismus nach überzeugender Qualifikation fürs Viertelfinale / Trainer fordert bessere Infrastruktur

MOSKAU (dpa) Mit "reichlich Lärm, aber gesittet" haben russische Fußball-Fans in ihrer Heimat nach Polizeiangaben die ganze Nacht zum Donnerstag den Einzug ihrer Mannschaft ins EM-Viertelfinale gefeiert.

"Russland - Champion!" skandierten die Anhänger in der Millionenmetropole Moskau. Als historischen Sieg kommentierten Medien das 2:0 über Schweden. Russland stehe erstmals seit dem Ende der Sowjetunion 1991 überhaupt in einem Viertelfinale, meldete die Agentur Interfax. "Das ist der Durchbruch. Bis zum Spiel gegen die Holländer, die bislang beste Mannschaft des Turnieres, bleibt uns genug Zeit zur Vorbereitung", meinte die Zeitung "Sowjetski Sport".

Noch in der Nacht hatte Russlands neuer Präsident Dmitri Medwedew der Auswahl gratuliert. Nationaltrainer Guus Hiddink zeichnete in den russischen Medien eine "rosige Zukunft" nach dem Sieg. Russland dürfe jetzt nicht nur auf die Nationalmannschaft schauen. "Jetzt müssen wir die Infrastruktur entwickeln, so viele Kinder wie möglich mit qualifizierten Trainern in Sportschulen ausbilden ", sagte der Niederländer.

In Innsbruck hatten die russischen Fans schon vor Spielbeginn ein riesiges Porträt von Zar Peter dem Großen ausgerollt. Die Botschaft dürfte jeder einigermaßen geschichtsbewusste Schwede verstanden haben: Unter Peter I. wurden 1709 bei Poltawa (Ukraine) die Schweden unter König Karl XII. besiegt. Die legendäre Schlacht beendete die Vorherrschaft der Schweden in Nordeuropa.

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