Ärzte Zeitung, 30.06.2008

Strahlende Gesichter und Freudentränen

Beim Down-Sportlerfestival kämpfen die Athleten um die Wette, ihre Eltern vergießen derweil gerührt Tränen

FRANKFURT/MAIN. Mit 475 Athleten und mehr als 2000 Zuschauern erlebte das 6. Deutsche Down-Sportlerfestival in Frankfurt am Main erneut eine Rekordbeteiligung. Die einzigartige Veranstaltung, initiiert und getragen von der Hexal Foundation gGmbH, wurde auch in diesem Jahr wieder von vielen Prominenten unterstützt.

Von Pete Smith

 Strahlende Gesichter und Freudentränen

Prominente Unterstützung: Der Schauspieler Bobby Brederlow und eine Teilnehmerin des Down-Sportlerfestivals in Frankfurt am Main.

Foto: smi

Bobby reißt die Arme hoch. Gerade hat der Schauspieler und Bambi-Preisträger die blaue Schleife zerschnitten und damit das 6. Deutsche Down-Sportlerfestival eröffnet. In einigen Minuten darf er loslegen. Wie in jedem Jahr will Bobby Brederlow mit gutem Beispiel vorangehen und gleich in mehreren Disziplinen starten.

Wie es sich für ein Sportevent dieser Größenordnung gehört, sind die 475 Teilnehmer im Alter zwischen vier und 54 Jahren zu Beginn in einer großen Parade feierlich in die Halle des Sport- und Freizeitzentrums im Frankfurter Stadtteil Kalbach eingezogen. Danach hat Opernsänger Daniel Sans die Nationalhymne angestimmt. Vielen Zuschauern ist dabei eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen.

Prominente unterstützen das Festival.

Auch manchem Prominenten, der durch seine Anwesenheit die gute Sache unterstützen will. Wie etwa Claus Theo Gärtner, bekannt als Ermittler Matula in der Krimi-Serie "Ein Fall für zwei". Der Schauspieler hat in seiner Jugend zwei Jahre lang bei der Lebenshilfe gearbeitet, wie er im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erzählt. Vor allem die Lernfähigkeit der behinderten Kinder beeindruckte ihn. "Ich habe mit ihnen viele glückliche Stunden erlebt."

Seit Anfang an beim Down-Sportlerfest dabei ist sein Schauspielerkollege Joachim Hermann Luger alias Vater Beimer aus der "Lindenstraße". Er flitzt über die Bahn, feuert Sportler und Zuschauer an, bis die Halle tobt. In diesem Jahr hat er seinen Serien-Kollegen Jo Bolling mitgebracht, der es schade findet, "dass mich Joachim nicht schon früher angesprochen hat". Mit von der Partie ist schließlich auch Edgar Itt, Olympia-Teilnehmer von Seoul 1988, der mit der 4x400-Meter-Staffel damals die Bronze-Medaille errang. Gemeinsam mit den jungen Sportlern rennt der Botschafter der Special Olympics die 50 Meter, lässt sich mit den Athleten fotografieren und gibt Autogramme.

Die Zukunft des Sportfestivals ist gesichert

Ins Leben gerufen wurde die weltweit einzigartige Sportlerveranstaltung von der Hexal Foundation gGmbH, deren Geschäftsführerin Anne Schardey in diesem Jahr den Vorstandsvorsitzenden der Hexal AG, Helmut Fabry, mitgebracht hat. "Für Menschen mit Down-Syndrom ist Sport eine wunderbare Gelegenheit, herauszufinden, was sie können", sagt Fabry und sichert den Teilnehmern sowie der Stadt Frankfurt zu, dieses Festival auch künftig zu unterstützen.

Toll sind die sportlichen Leistungen der Athleten an diesem Tag. Sie messen sich im 50- und 100-Meter-Lauf, im Weitsprung, Tennis, Tischtennis, Weitwurf, Fußball und Judo. In Workshops lernen sie "Tanzen wie ein Popstar", in der Mehrzweckhalle üben sie sich im Stelzen laufen, Fahrrad- und Speed-Car-Fahren. Mit dem Stück "Das kleine Känguru und der Angsthase" gastiert zudem die Augsburger Puppenkiste in der Kalbacher Mehrzweckhalle. Die Eltern der Athleten informieren sich im Vereinsraum derweil über "Freizeitgestaltung und soziale Kontakte für Menschen mit Down-Syndrom".

Am späten Nachmittag ist die Siegerehrung. Die Athleten strahlen, und bei den Eltern fließen Tränen. Für Bobby heißt nach dem Spiel vor dem Spiel, denn am 20. September findet schon das nächste Down-Sportlerfestival in Magdeburg statt, wo sicher weitere Rekorde geknackt werden.

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