Ärzte Zeitung online, 29.07.2008

Hitze sorgt für Hochbetrieb bei Rettungsdiensten

HAMBURG (dpa). Die Rückkehr des Hochsommers hat den Rettungsdiensten vielerorts reichlich Mehrarbeit beschert. Allein in Hamburg rücken die Helfer derzeit täglich zusätzlich 100 Mal aus, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Ähnlich hohe Zusatzbelastung meldete die Berliner Feuerwehr.

Auch in Frankfurt am Main gibt es erhöhte Einsatzzahlen. Die meisten Patienten litten an Kreislaufschwäche, hieß es. Ohne Auswirkungen blieb die Wetterlage dagegen zum Beispiel in München.

"Die Bayern sind zäh", sagte ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle in der bayerischen Landeshauptstadt. Aber auch in Hannover gab es keinen Anstieg der Rettungseinsätze. Ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Hannover begründete das anders als sein Münchener Kollege: "Die Leute sind alle im Urlaub - bei uns sind die Zahlen trotz der Hitze sogar leicht zurückgegangen." Auch in Köln haben sich die Rettungseinsätze "nicht merklich" erhöht.

Weniger deutlich als in Hamburg und Berlin nahmen die Rettungseinsätze in Leipzig zu. "Zwei bis drei, mitunter auch mal zehnmal häufiger als sonst müssen wir ausrücken", sagte ein Leitstellenmitarbeiter.

Nach Angaben der Hamburger Feuerwehr kommen die meisten Hitze- Notrufe zwischen 11.00 und 18.00 Uhr. Laut Sprecher Peter Braun sind in erster Linie ältere Menschen betroffen, die unter Schwindel oder Kreislaufproblemen leiden. "Die ändern trotz der Hitze ihre Gewohnheiten nicht und gehen wie immer um die Mittagszeit zum Einkaufen", sagte Braun. Die Feuerwehr rät, an heißen Tagen viel zu trinken und größere Anstrengungen möglichst zu meiden.

"Wie die Menschen in den südlichen Ländern sollte man seine Einkäufe, Spaziergänge mit dem Hund und andere Besorgungen am Vormittag oder Nachmittag erledigen", sagte der Internist Rüdiger Lange aus Berlin. Die Menschen sollten seiner Ansicht nach den mediterranen Lebensstil verinnerlichen und zur Mittagszeit kaum nach draußen gehen. Sport sollte man am besten nur am Vormittag treiben, da die Ozonwerte im Laufe eines Tages stets steigen und den Körper belasten können. "Außerdem ist man wegen der hohen Temperaturen am Nachmittag meist weniger fit als zu Tagesbeginn."

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